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Vermögensverwalter, Family Offices und Stiftungen Vertrauen und Knowhow schlagen „Performance-Mythos“?

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  • Ist meine Bank, mein unabhängiger Vermögensverwalter oder mein Family Office – Beispiel: Manager von FO-Publikumsfonds - stark davon abhängig, möglichst häufig „Produkte an den Mann zu bringen“ oder gibt es Vergütungsformen, die eine Fokussierung auf diese „Betreuungsstrategie“ verhindern?
  • Habe ich als Stiftung das Gefühl, dass mein Gegenüber - über den reinen Verkauf von Produkten oder Dienstleistung hinaus – Freude und Interesse an Stiftungsthemen hat („Affinität“)?
  • Gibt mein Betreuer mir das Gefühl, dass ich auch als „kleine“ Stiftung ein interessanter Kunde bin?
Knowhow

Bei langjährig erfolgreichen Vermögensverwaltern sollte man davon ausgehen können, dass Knowhow im Fachbereich vorliegt. Beim Kauf von Publikumsfonds bei Vermögensverwaltern (Banken, Family Offices et cetera) kann man entsprechende Informationen – Datenbanken, Ratings, Rankings – nutzen. In vielen Fällen kann eine „kleine“ Stiftung hiermit ein effizientes Mittel nutzen, auch ohne Beratung eine Auswahl zu treffen. Vorausgesetzt natürlich, dass der Entscheider bei der Stiftung ein gewisses Maß an Investmentkenntnissen besitzt. In der derzeitigen Niedrigzinsphase werden natürlich nach wie vor bei „kleinen“ Beträgen viele Publikumsfonds mit gemischten Ansätzen (Diversifizierung) ein Standardanlage-Instrument darstellen. Wohl wissend: „Hitlisten“ zeigen lediglich die  Vergangenheit, Manager 1 aus 2014 kann Manager 25 in 2015 sein. Geht man davon aus, dass gerade bei vielen „kleinen“ Stiftungen keine hauptamtlichen Investmentspezialisten tätig sind, so ergibt sich ein interessantes Beratungsfeld für viele unabhängigen Vermögensverwalter.

Die aktuelle Niedrigzinsphase kann mittel- bis langfristig das Aus für viele Stiftungen bedeuten, deren finanzielle Ausstattung bereits in der Vergangenheit von Experten eher als unzureichend empfunden wurde. Banken betreuen viele Stiftungen, bei Banken ist viel Fachexpertise vorhanden – in Kombination mit der Marktkenntnis von konzernunabhängigen Vermögensverwaltern und Family Offices könnten alle Parteien Knowhow-mäßig nur gewinnen. Vielleicht ergeben sich neue Kooperationsmodelle in der Vermögensverwaltungsindustrie, volkswirtschaftlich gesehen ist eine fortwährende Diffusion von Fachwissen nur von Vorteil.

Investor Education ist oft ein langwieriger Prozess, der sich zunächst oft nicht direkt mit Umsätzen, die dann zu Beständen führen, in Verbindung bringen lässt – Überzeugungstäter („Ich liebe den Stiftungsgedanken!“) profitieren langfristig hiervon: Gedankenaustausch und Charity-Gedanke, dass Gefühl, etwas Gutes zu tun, stellt auch bei vielen Vermögensverwaltern ein Motivationsinstrument dar!

Fazit


Betrachtet man die Vermögensverwaltung für „kleine“ Stiftungen nicht nur unter dem Aspekt, dass Stiftungsverantwortliche ihre Vermögensverwaltung ausschließlich unter Zuhilfenahme von Datenbanken für die Publikumsfondsauswahl betreiben, dann ergibt sich in der aktuellen Marktlage der willkommen Anlass, verstärkt in den Dialog mit Vermögensverwaltern zu treten. Entscheidend erscheint, ob die Stiftungsverantwortlichen bei der gegenwärtigen Marktlage genügend „Leidensdruck“ empfinden, um ausgetretene Pfade ab und an zu veranlassen.

Mit Produktanbietern beziehungsweise mit Dienstleistern außerhalb konzerngebundener Strukturen lassen sich oft zusätzlichen Kenntnisse über das mögliche Investmentuniversum entdecken. Dies muss keinesfalls im Widerspruch zum traditionellen Hausbank-Konzept stehen – neue Expertise-Felder erschließen, aktiven Kontakt mit Unabhängigen zu suchen, bewährte Kontakt zu pflegen, das Motto gilt: Das eine tun, das andere nicht lassen!
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