Flemming Larsen managt den Jyske Invest Stable Strategy

Flemming Larsen managt den Jyske Invest Stable Strategy

Vermögensverwalter-Fonds-Porträt

Perle aus der dänischen Provinz

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Rund 200 Kilometer nördlich von Flensburg und knapp drei Autostunden von Kopenhagen entfernt liegt Silkeborg, ein dänisches Städtchen mit knapp 50.000 Einwohnern. Zu den Attraktionen der Stadt gehört unter anderem der Tollund-Mann, eine im städtischen Museum ausgestellte Moorleiche aus dem 4. Jahrhundert.

Für Anleger, die auf solide Erträge aus sind, dürfte auch der Jyske Invest Stable Strategy zu den örtlichen Attraktionen gehören: Der Mischfonds der in Silkeborg ansässigen Investmentgesellschaft Jyske Invest erzielte in den vergangenen zehn Jahren im Schnitt ein Plus von 5,45 Prozent per anno, über fünf Jahre waren es sogar 6,43 Prozent. Ergebnisse, die dem Fonds in der Morningstar-Liste der global anlegenden und defensiv ausgerichteten Mischfonds jeweils einen Platz unter den Top Ten bescheren. Fondsmanager Flemming Larsen managt den zweitdefensivsten der sieben Strategiefonds des Hauses mit ruhiger Hand, die Volatilität über fünf Jahre ist mit 3,53 Prozent sehr niedrig.

Enttäuschend schnitt der Fonds im Gruppenvergleich lediglich 2008 ab: „Das war ein regelrechtes Panik-Jahr, das vielen Asset-Managern Schwierigkeiten bereitet hat“, erläutert Larsen. Jyske Invest reagierte auf das neue Umfeld und optimierte den Risikoansatz. Larsen: „Wir haben 2009 ein zusätzliches Risk-Overlay-Management eingeführt, das sich etwa im zweiten Halbjahr 2011 bewährt hat. So haben wir unter anderem die Korrelation der Asset-Klassen noch stärker im Fokus als bisher und können Risiken so besser abfedern.“

Das Portfolio des aktuell gut 200 Titel umfassenden Fonds bestückt Larsen mit Aktien und Anleihen, wobei Aktien mit 0 bis 40 Prozent und Anleihen mit 55 bis 100 Prozent gewichtet sein dürfen. „Die neutrale Allokation sieht eine Aktiengewichtung von 20 Prozent vor“, erläutert der Jyske-Invest-Manager. Im Durchschnitt bewegt er sich mit jeweils rund 10 Prozentpunkten ober- und unterhalb dieser Bandbreite. Die entsprechenden Titel – rund 40 an der Zahl – wählt er nach dem Bottom-up-Ansatz aus dem weltweiten Anlageuniversum aus. Dabei stehen fundamental unterbewertete Unternehmen im Fokus, die über ein gewisses Momentum verfügen.

Typische Aktien nach Larsens Geschmack sind derzeit das norwegische IT-Unternehmen Opera Software und Priceline aus den USA, Betreiber des weltweit zweitgrößten Reiseportals. Zu seinen Favoriten gehört auch der dänische Schmuckhersteller Pandora. Larsen: „Das Unternehmen erzielt höhere Margen als die Konkurrenz und das Potenzial der Marke ist sehr groß – unter anderen wegen der Chancen in den Schwellenländern, in denen erschwinglicher Schmuck gefragt ist.“

Dass es sich bei Pandora um ein dänisches Unternehmen handelt, ist Larson zufolge Zufall: Heimische Aktien spielen normalerweise keine große Rolle im Portfolio. Anders sieht das auf der Anleiheseite aus: „Jyske Invest hat sich auf Covered Bonds spezialisiert, und in diesem Segment bieten dänische Papiere einen attraktiven Mehrwert.“ Knapp ein Fünftel seines Portfolio hat Larsen derzeit dort investiert, was er im Vergleich zu Konkurrenzprodukten durchaus als Vorteil wertet. Ebenfalls prominent vertreten sind Unternehmensanleihen, vorwiegend aus Europa. Mit einer Prise Schwellenländer-Bonds – aktuell 7 Prozent – rundet Larsen seinen Mix ab.

Die Asset Allocation hat Larsen jüngst auf „Neutral“ ausgerichtet und den Aktienanteil dementsprechend auf 20 Prozent gesenkt: „Wir gehen für 2015 von einer verstärkten Fluktuation bei den risikoreicheren Anlageklassen aus. Eine sorgfältige Einzeltitelauswahl dürfte deshalb im kommenden Jahr sowohl für Aktien als auch für Anleihen noch wichtiger werden. In den Schwellenländern dürfte zudem die Länderauswahl eine wichtige Rolle spielen.“

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