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Johannes Kienzler: Der Finanzökonom (EBS) und Certified Financial Planner Professional ist seit Anfang 2019 als Prokurist bei der Vermögensverwaltung Eberhard & Cie. tätig. Davor arbeitete er im Private Banking einer Sparkasse. | © Eberhardt & Cie. Vermögensverwaltung

Vermögensverwalter Johannes Kienzler „Die Autoindustrie wird auf links gedreht“

Diese Zahlen sprechen eigentlich für sich: Im Juni wurden in Deutschland 325.231 neue PKWs zugelassen. Das bedeutete im Jahresvergleich ein Minus von 4,7 Prozent. Zumindest wuchs die Zahl der Neuzulassungen in den ersten sechs Monaten noch um 0,5 Prozent auf gut 1,8 Millionen Fahrzeuge. Davon entfielen 31.059 auf reine Elektroautos. Ihr Anteil an den Neuzulassungen belief sich somit gerade einmal auf knapp 1,7 Prozent. Im Vergleich mit der ersten Hälfte des Vorjahres verzeichneten Stromer jedoch in Deutschland ein Plus von gut 80 Prozent.

Ähnlich sieht es bei Hybrid-Fahrzeugen aus. Ihr Anteil an den Neuzulassungen lag im ersten Halbjahr 2019 bei mageren 5,6 Prozent. Das Wachstum fiel jedoch mit rund 69 Prozent fast so hoch wie bei den reinen E-Autos aus.

Strenge Emissionswerte ab 2020

Diese Entwicklung dürfte sich in den kommenden Quartalen weiter fortsetzen. Dafür gibt es mehrere Gründe. Der wichtigste ist sicherlich, dass ab dem kommenden Jahr in der EU und somit auch in Deutschland strenge Obergrenzen für den CO2-Ausstoß der Autoflotten gelten. Dann dürfen neu zugelassene Pkw im Durchschnitt nur noch 95 Gramm Kohlendioxid pro Kilometer in die Luft blasen. Werden die Obergrenzen überschritten, drohen milliardenschwere Strafen. Diese sollen zwar erst ab 2021 erhoben werden, aber die Volumen-Hersteller sind von den Obergrenzen noch weit entfernt.

Schlimmer noch: Durch die Beliebtheit der spritschluckenden SUVs und durch die zunehmende Unbeliebtheit von Dieselfahrzeugen sind die Flottenverbräuche verschiedener Hersteller zuletzt sogar gestiegen und nicht gefallen. Ohne den großflächigen Verkauf von Stromern oder zumindest Hybrid-Fahrzeugen werden die großen Autohersteller kräftig zur Kasse gebeten.

Ein zweiter Grund, der für die wahrscheinlich rasant steigende Zahl von Autos mit Elektromotor sorgt, ist die zunehmende Beliebtheit bei Dienstfahrzeugen. Denn Arbeitnehmer müssen hier nur 0,5 Prozent des Bruttolistenpreises als geldwerten Vorteil versteuern. Bei reinen Verbrennern langt der Fiskus dagegen mit einem Prozent zu.

Schließlich setzt sich bei immer mehr Autofahrern die Erkenntnis durch, dass E-Autos nichts mit Enthaltsamkeit von Gutmenschen zu tun haben, sondern durch ihr hohes Drehmoment einen tollen Fahrspaß bieten.

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