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Dartscheibe mit Pfeilen bei einer Meisterschaft in England: Zielgenauigkeit zeichnet Fondsmanager laut Vermögensverwalter Marc-Oliver Lux nicht aus.  | © Getty Images

Vermögensverwalter kritisiert Fondsmanager

Trauerspiel aktives Management

Marc-Oliver Lux
Bild: Dr. Lux & Präuner

Affen gehören neben Bulle und Bär zu den Wappentieren an der Börse. Während der Bulle für steigende und der Bär für fallende Kurse stehen, symbolisieren Affen das Unvermögen der Menschen an den Finanzmärkten. Eine aktuelle Analyse des Indexanbieters S&P Dow Jones gibt dem Symbolbild vom Affen neues Gewicht. Danach sind Aktienfondsmanager sogar noch schlechter als ihr Ruf. Kaum ein Profi schafft es noch, den Markt zu schlagen, also einen Mehrwert für ihre Fondskunden zu erwirtschaften. Sparer fahren mit einer anderen Strategie deutlich besser.

Offensichtlich haben die Experten mit den zunehmend politischen und von Notenbanken getriebenen Börsen neue Probleme, entziehen sich doch solche Märkte jeglicher rationalen Analyse. Gleich 83 Prozent der aktiv verwalteten deutschen Aktienfonds blieben hinter dem S&P Germany, einer Art Dax, zurück. Damit hat sich die Quote noch mal deutlich verschlechtert. Ein Jahr vorher hatten auf Zwölf-Monatssicht lediglich 60 Prozent der aktiven Fonds schlechter als der Index abgeschnitten.

Noch desaströser fällt die Performance für das Anlageuniversum Europa aus. 90 Prozent der Manager, die das Geld ihrer Kunden zwischen Lissabon und Nikosia anlegen, blieben hinter dem breiten Markt zurück. Bei den starken Kursverlusten an den Aktienmärkten Ende 2018 verzeichneten viele aktive Fonds in Europa eine breite Underperformance. Dies widersprach der gängigen Annahme, dass aktive Manager in volatilen Märkten in der Regel einen Vorteil haben. Auch im darauf folgenden Kursaufschwung bewiesen die Profis kein glückliches Händchen: Obwohl die Märkte im ersten Halbjahr 2019 wieder anzogen, konnten aktive Manager die Verluste meist nicht wieder ausgleichen.

Fondsmanager sind keine Maschinen

Tatsächlich hat die V-förmige Kursentwicklung an den Märkten viele Experten auf dem falschen Fuß erwischt. Anfang Oktober 2018 kamen die Börsen plötzlich ins Rutschen. Der europäische Aktienindex S&P Europe 350 brach bis Jahresende um fast 14 Prozent ein. Danach ging es ebenso rasant wieder nach oben. Bereits Mitte März war das Minus wieder ausgewetzt.

Für die menschliche Psyche sind solche Bewegungen tückisch. Auch Fondsmanager sind keine Maschinen, die emotionslos Aktien kaufen und verkaufen. Vielmehr lassen sie sich – wie normale Privatanleger auch – oft von Angst und Gier treiben. Auf Jahressicht liegen die Lenker von Deutschlandfonds im Schnitt mit etwa vier Prozent hinter der Dax-Benchmark. Noch verheerender fällt die Underperformance der Europa-Fonds aus. Die Rendite der Gruppe lag Mitte 2019 immer noch im Minus, während der Vergleichsindex S&P Europe 350 um satte fünf Prozent stieg. Im Schnitt blieben die Profis über sechs Prozentpunkte hinter der Messlatte zurück.

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