Gold erfreut sich großer Nachfrage, nicht nur von Juwelieren Foto: imago images / Frank Sorge

Vermögensverwalter Marco Herrmann

Gold und Anleihen ziehen sich an

Am 4.August übersprang der Goldpreis die magische Marke von 2.000 US-Dollar und damit auch sein altes Hoch aus dem Jahr 2011. Am gleichen Tag verzeichnete die Rendite der zehnjährigen US-Staatsanleihe ihr bisheriges Rekordtief von 0,5 Prozent.

Verkehrte Welt: Während Gold bei vielen Anlegern als klassischer Inflationsschutz gilt, suggerieren die rekordtiefen Renditen von Staatsanleihen Sorgen vor einer Deflation.

Marco Herrmann
Foto: Thomas Niedermueller

Die Notenbanken, allen voran die amerikanische Fed, pumpen derzeit so viel Geld in die Realwirtschaften und Finanzmärkte wie noch nie zuvor - auch nicht während der weltweiten Wirtschafts- und Finanzkrise vor rund zwölf Jahren. Klar ist, dass man bei Anleihen von einem manipulierten Markt sprechen kann, weshalb die Renditen kein faires Bild der Inflationserwartungen widerspiegeln.

Allerdings entwickeln sich bereits seit Mitte 2018 der Goldpreis und die Renditen der US-Staatsanleihen gegenläufig. Vor zwei Jahren stand die Fed noch auf der Bremse und erhöhte nach und nach ihren Leitzins - die Fed Funds Rate. Gleichzeitig baute die amerikanische Notenbank ihre Bilanz durch den Verkauf von Anleihen ab.

Von einer Marktmanipulation in den Jahren 2018/2019 seitens der Notenbanken kann daher kaum die Rede sein.

Safety first

Vielmehr ist es so, dass die Investoren auf den immer weiter eskalierenden Handelskonflikt zwischen den USA und China sowie dem Rest der Welt mit Vorsicht reagiert haben. Die klassischen Safe Haven wie Staatsanleihen und Gold stehen in solchen Phasen besonders hoch im Kurs. Seit der Corona-Krise gilt dies besonders.

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