Windräder Foto: imago images / ZUMA Press

Vermögensverwalter Mark-Uwe Falkenhain

Nachhaltiges Investieren erfordert Rebalancing

Die Dynamik in der Realwirtschaft und an den Finanzmärkten hat in den zurückliegenden Jahren stark zugenommen. Das stellt auch ESG-konforme Investmentprozesse immer wieder vor neue Herausforderungen. Die erste besteht darin, erst einmal zu klären, was unter Nachhaltigkeit überhaupt zu verstehen ist. Verschiedene angelsächsische Investoren halten beispielsweise Kernkraft für umweltverträglich, da hier so gut wie keine CO2-Emissionen entstehen. In Deutschland ist dagegen eine solche Argumentation kaum denkbar.

Zu den Nachhaltigkeitsindizes mit den strengsten Kriterien zählt sicherlich der Global Challenges Index, kurz GCX genannt. Der Index adressiert sieben globale Handlungsfelder - und zwar die Bekämpfung der Ursachen und Folgen des Klimawandels, die Sicherstellung einer ausreichenden Versorgung mit Wasser, einen  nachhaltigen Umgang mit Wäldern, den Erhalt der Artenvielfalt, die Bevölkerungsentwicklung, die Bekämpfung der Armut sowie die Etablierung vernünftiger Strukturen der Unternehmensführung.

Dabei sind diese Herausforderungen nicht isoliert zu betrachten, denn es bestehen vielfältige Wechselwirkungen. So hängen der Klimaschutz und die ausreichende Versorgung mit sauberem Trinkwasser unmittelbar zusammen. Oder die Biodiversität - sie wirkt sich unmittelbar auf den Zustand der Wälder aus. Um die Handlungsfelder zu konkretisieren, kommen sowohl Positiv- als auch Ausschlusskriterien zum Einsatz.

Themen mit Wechselwirkung

Die Auswahl der 50 Indexwerte erfolgt in zwei Schritten. Im ersten Teil des Selektionsprozesses prüft die Nachhaltigkeits-Ratingagentur ISS ESG (ehemals Oekom Research), ob die Unternehmen soziale und ökologische Standards einhalten. Die Unternehmen mit den besten Ratings qualifizieren sich grundsätzlich für den Index. ISS ESG analysiert und bewertet unter anderem, inwieweit Unternehmen Produkte oder Dienstleistungen anbieten, die zur Erreichung eines oder mehrerer der 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen (Sustainable Development Goals) beitragen oder diesen Zielen zuwiderlaufen.

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