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Flugbegleiterinnen prostestieren nach Thomas-Cook-Pleite: Vermögensverwalter Michael Scholtis nimmt die Konjunkturlage unter die Lupe | © Getty Images

Vermögensverwalter Michael Scholtis Weltwirtschaft in Gefahr?

Wirft man einen Blick auf die wirtschaftliche Berichterstattung, kann einem angst und bange werden: „Ökonomen warnen vor Rezession“, „Ifo Index fällt weiter“ oder „Anleihemarkt sendet Rezessionssignal“, wird man mit Negativschlagzeilen bombardiert.

Weltwirtschaft top, Deutschland flop

In der Tat sinkt die Wachstumsgeschwindigkeit in der Welt, das ist an sich aber erstmal kein Drama. Denn die Weltwirtschaft wächst – laut Prognose der EU-Kommission um 3,5 Prozent im Jahr 2019. Im Vorjahresvergleich stellt das einen Rückgang von 10 Prozent dar, doch für das kommende Jahr wird schon wieder ein Wachstum von 3,7 Prozent prognostiziert.

Das Problem für uns: Deutschland steht, mit seiner konjunktursensiblen und auf Investitionsgüter ausgerichteten Wirtschaft, vergleichsweiseschlecht da. Das Wachstum entsteht woanders auf der Welt. Vor allem der Automobilsektor macht Probleme. Daraus resultierend beschrieb der Sachverständigenrat bereits in seinem Jahresgutachten vom November 2018 eine nachlassende Wirtschaftsdynamik und prognostizierte eine konjunkturelle Eintrübung im dritten Quartal 2019.

Damit lagen die Experten goldrichtig, die deutsche Wirtschaftswachstum ist im 2. Quartal 2019 erstmals rückläufig. Zum Vorquartal nahm das BIP um 0,1 Prozent ab, nachdem es im ersten Quartal noch positiv war.

Deutscher Pessimismus und hausgemachte Rezession

Von einer anhaltenden konjunkturellen Eintrübung gingen die Experten zu diesem Zeitpunkt noch nicht aus, da die Binnennachfrage robust ist und die expansive Geld- und Fiskalpolitik nachfrageseitige Impulse liefert. Doch die Experten sahen erhebliche Risiken für die zukünftige Entwicklung der exportorientierten deutschen Volkswirtschaft.

Die dunklen Wolken am Horizont sind nun tatsächlich näher herangezogen. Die Risiken aus Brexit, dem sich zuspitzendem Handelskonflikt und der politischen Unsicherheit im Euro-Raum setzen der deutschen Wirtschaft immer mehr zu. An Investitionsanreizen durch die Geld- und Fiskalpolitik mangelt es aber nicht. Es ist die Unsicherheit der Unternehmer, die die Wirtschaft lahmlegt.

Warum sollte ein international tätiger Konzern auch investieren, wenn völlig unklar ist, welche Güter als nächstes mit Strafzöllen belegt werden oder ob der Standort in Großbritannien zukünftig noch kostendeckend betrieben werden kann? Die unberechenbare Lage schlägt sich in der Unternehmensstimmung und dem Investitionsverhalten nieder.

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