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Vermögensverwalter rät Eurokrise: Diese Anlageklassen sind die Gewinner

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Aktiencrash in der Eurozone möglich

In einem derartigen Umfeld werden italienischen Vermögenswerte, wie etwa Aktien, Staats- und Unternehmensanleihen massiv an Wert verlieren. Gleichzeitig besteht für andere Krisenländer, wie zum Beispiel Spanien und Portugal, aber auch für Frankreich eine hohe Ansteckungsgefahr. Hier wird wahrscheinlich ebenfalls eine Kapitalflucht einsetzen. Selbst Deutschland ist nicht unbedingt der sichere Hafen, da für die exportgetriebene Industrie ein schmerzhafter Einbruch droht.

Vermutlich wird es somit in der gesamten Eurozone zu einem Aktiencrash kommen. Helfend einspringen dürfte dann allerdings die EZB, die das QE-Programm verstärken würde, um noch mehr Peripherie-Anleihen (außer Italien!) anzukaufen. Auch der Erwerb von Aktien-ETFs durch die Notenbanker ist dann sehr gut vorstellbar.

Bei einem möglichen Euro-Austritt Italiens handelt es sich um einen komplexen und langwierigen Vorgang. So etwas kann nicht „von heute auf morgen“ passieren. Zunächst müsste es zu Neuwahlen kommen, die im zweiten Halbjahr 2017 allerdings durchaus denkbar sind. Anschließend stünde die Bildung einer neuen Regierung an. Um ein Euro-Referendum abhalten zu können, ist zudem eine Verfassungsänderung nötig, die nochmals drei bis vier Monate in Anspruch nehmen würde. Erst dann kann es zu einer entsprechenden Volksbefragung kommen.

Anleihe-Spreads gestiegen

Schon auf dem Weg dorthin – sollte Italien ihn denn wirklich beschreiten – werden die Märkte dem Land und seinen Finanzen aber vermutlich die rote Karte zeigen. Spätestens bei einer geplanten Verfassungsänderung zwecks Euro-Abstimmung scheint ein dramatischer Zinsanstieg unausweichlich, ein Banken-Run wäre vorprogrammiert.

Dabei darf auch nicht außer Acht gelassen werden, dass bei den Italienern zwischen der Beurteilung der eigenen Wirtschaft und einer gemeinsamen europäischen Wirtschafts- und Währungsunion schon jetzt – also unabhängig von möglichen Unsicherheiten im Rahmen des oben beschriebenen Szenarios – eine erhebliche Diskrepanz besteht. So sind immerhin 53 Prozent für den Euro und nur 37 Prozent gegen eine europäische Gemeinschaftswährung. Auch die EZB und die EU-Kommission sind höchst motiviert, die Lage zu stabilisieren. Noch nie haben sich solche staatlichen beziehungsweise supranationalen Institutionen selbst abgeschafft!

Grundsätzlich erscheint es somit sehr unwahrscheinlich, dass Italien den Euro tatsächlich verlassen wird. Kurzfristig, also noch in diesem Jahr, ist es praktisch ausgeschlossen. Dennoch könnten die Börsen das Thema „Euro-Zerfall“ noch stärker spielen, als es schon jetzt der Fall ist. So sind die Spreads einiger Peripherie-Anleihen bereits deutlich angestiegen – die Probleme Südeuropas, wie zum Beispiel marode Banken, mangelnde Wettbewerbsfähigkeit und das politische Abdriften sind schließlich nicht wegzudiskutieren.

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