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Frank Wieser von PMP Vermögensmanagement, Markus Steinbeis von Steinbeis & Häcker und Wolfgang Juds von Credo Vermögensmanagement (v. l.): Drei der Vermögensverwalter, die hier die Situation für Anleger einschätzen.

6 Vermögensverwalter schätzen ein Rendite 10-jähriger Bunds auf Rekordtief – und nun?

Die Rendite auf 10-jährige Bundesanleihen ist auf ein neues Rekordtief gefallen. Die als wichtige Messlatte wahrgenommenen Anleihen rentierten an diesem Donnerstag sogar noch knapp unterhalb des Einlagenzinssatzes der Europäischen Zentralbank. Dieser liegt aktuell bei minus 0,4 Prozent.

Wer dem deutschen Staat in dieser Form sein Geld zur Verfügung stellt, muss derzeit noch draufzahlen. Die Käufer negativ rentierender Anleihen sind allerdings weniger unter Privatanlegern zu finden, sondern vor allem in den Reihen institutioneller Investoren. Viele sind qua Anlagebestimmungen zum Kauf von festverzinslichen Papieren mit hoher Bonität verpflichtet, die Auswahl ist mager.

Mutmaßlicher Auslöser für den jüngsten Einbruch bei den Bund-Renditen war die Nachricht über den anstehenden Wechsel an der Spitze der EZB. Im Herbst soll Christine Lagarde, jetzige Chefin des Internationalen Währungsfonds, Mario Draghi als Chefin der Euro-Notenbank beerben. Die Rendite der 10-jährigen Bunds war allerdings schon in diesem Frühjahr in den negativen Bereich geschwenkt.

Angesichts des Zinstiefs schätzen sechs Vermögensverwalter die Marktlage ein. Sie haben auch Tipps, wie Anleger reagieren sollten.

Wolfgang Juds, Geschäftsführer von Credo Vermögensmanagement:

„Die Rendite der 10-jährigen Bundesanleihe kann aus meiner Sicht noch deutlich weiter in Minus fallen. Zum einen wenn die EZB die kurzfristigen Zinsen weiter senkt, hat dies Auswirkungen auf  die Renditen am langen Ende. Zum anderen beeinflussen die Terminmärkte (der Bund Future) die Renditen am Kassamarkt. Sollten die politischen Unsicherheiten zunehmen, spiegelt sich dies in einem steigenden Bund Future. Die Renditen der Bundesanleihen fallen weiter im negativen Bereich. 

Aktien sind die Anlageklasse, der ich langfristige die höchste Rendite zutraue. Viele Titel und Sektoren sind keinesfalls zu teuer oder zu hoch bewertet. Der Pessimismus ist vielfach sehr groß und das ist der beste Nährboden für steigende Kurse. Vorsichtige Investoren können Reits beimischen oder defensive Titel einsetzen. Auch Aktien mit hohen oder steigenden Dividenden können eine Ergänzung sein. Allemal besser als in Hochzins- oder Nachranganleihen zu investieren, weil sich hier im Falle einer Rezession als erstes ein Rückschlagpotenzial zeigt.“

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