6 Vermögensverwalter schätzen ein Wann kehrt die Wirtschaft aus dem Corona-Modus zurück?

„Corona droht in eine Schwellenländer-Krise zu münden“

„Corona droht in eine  Schwellenländer-Krise zu münden“ | © Huber, Reuss & Kollegen

Adrian Roestel ist Leiter des Portfoliomanagements bei Huber, Reuss & Kollegen aus München. © Huber, Reuss & Kollegen

Adrian Roestel, Huber, Reuss & Kollegen:

„Die Pandemie hat die Volkswirtschaften rund um den Globus in den temporären Stillstand gezwungen und uns in die wohl heftigste Rezession seit neunzig Jahren gestürzt. In der Eurozone reißt der Wirtschaftseinbruch die mühsam durch die Politik der Europäischen Zentralbank gekitteten Bruchstellen der Währungsunion auf. Besonders heftig trifft die Abschaltung des sozialen und ökonomischen Lebens rund um den Globus die Schwellen- und Entwicklungsländer. Hier hat die Pandemie gerade erst Fahrt aufgenommen. Gleichzeitig gibt es nicht genügend finanzielle Ressourcen, um wie in der entwickelten Welt alles mit Liquidität und Staatshilfen zuzuschütten. Die Corona-Pandemie droht binnen kurzer Zeit in einer Emerging-Markets-Krise zu münden.

An den Aktienmärkten spielt die Frage, wie tief der Wirtschaftseinbruch im laufenden zweiten Quartal sein wird, ganz offensichtlich keine Rolle. Der amerikanische Leitindex S&P 500 liegt seit Jahresbeginn nur noch gut acht Prozent im Minus, beim US-Technologieindex NASDAQ Composite steht sogar ein Plus von fast 4 Prozent. Und selbst zyklisch geprägte Indizes wie der Dax haben sich auf gut 13 Prozent Kursabschlag gefangen. Die Aktienmärkte haben sich von der Realwirtschaft abgekoppelt. Investoren fokussieren sich vielmehr auf die kommende Wirtschaftserholung und haben schlichtweg keine Alternative zur Aktie.

An den Börsen hat es immer wieder große Krisen gegeben – man denke nur an das Platzen der Internetblase oder die Finanz- und Schuldenkrise. Dennoch bleibt die Aktie, die ja ein Anteilsschein an einem Unternehmen und damit ein Sachwert ist, aus unserer Sicht eine attraktive Geldanlage.“

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