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Vermögensverwalter Stefan Eberhardt „Offene Immobilienfonds sind eine gute Beimischung“

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Darüber hinaus ermöglichen es offene Immobilienfonds Anlegern, auch mit kleinen Beträgen in den Immobilienbereich zu investieren. Das ist insbesondere bei geschlossenen Immobilienfonds und Direktinvestments nicht der Fall.

Die entsprechenden Fonds investieren breit gestreut in große Immobilienprojekte wie Gewerbe- und Büroimmobilien, Shoppingcenter oder Hotels und vermieten beziehungsweise verpachten diese. Die Objekte werden dabei nicht zu Marktpreisen bewertet, sondern nach einem Ertragswertverfahren. Das bietet einen weiteren Vorteil: Viele sich im Portfolio befindende Immobilien sind eher konservativ bewertet. Sollten die Preise am Immobilienmarkt wieder fallen, hat dies kaum Auswirkungen auf den Fondspreis. Die Mietverträge sind langfristig ausgerichtet und garantieren damit einen konstanten Cashflow, welcher regelmäßig an die Anleger ausgeschüttet wird – meistens ein- bis zweimal jährlich. Im Durchschnitt kommen Anleger aktuell pro Jahr auf eine Rendite von circa 2,5 bis 2,8 Prozent. Im derzeitigen Marktumfeld ist das durchaus attraktiv.

Kauf über die Börse

Die extrem hohe Nachfrage nach offenen Immobilienfonds führte zuletzt dazu, dass die meisten Fonds für Neuanlagen mittlerweile geschlossen wurden. Die zugeführte Liquidität stieg schneller an, als passende Immobilienprojekte zur Anlage gefunden werden konnten. Das erklärt auch die zum Teil sehr hohen Liquiditätsquoten der Fonds. Somit ist ein Erwerb über die Fondsgesellschaft (KVG) häufig nicht mehr möglich. Allerdings können die Anleger die Anteile über die Börse kaufen. Dies hat den Vorteil, dass hier der Ausgabeaufschlag von rund fünf Prozent entfällt. Somit ist es auch zu verkraften, dass offene Immobilienfonds aufgrund der Beliebtheit an den Börsen rund 0,5 bis drei Prozent über dem aktuell ausgegebenen Wert der Fondsgesellschaften gehandelt werden. Beim Kauf sollten Anleger immer die Umsätze und Preise an den Börsen im Auge behalten und am besten mit einem Limit arbeiten.

Es gibt allerdings auch Nachteile: Offene Immobilienfonds halten einen Teil des Fondsvermögens als Liquidität, um Anleger, welche ihre Anteile zurückgeben möchten, schnell auszahlen zu können. Im derzeitigen Zinsumfeld liefern die zum Teil hohen Cashpositionen allerdings kaum oder sogar gar keine Erträge. Bei Liquiditätsquoten im Bereich von 20 Prozent ist das nicht unerheblich.

Um Liquiditätsschwierigkeiten wie zuletzt infolge der weltweiten Finanzkrise im Jahr 2008 zu vermeiden, müssen Anleger mittlerweile die Anteile mindestens 24 Monate halten und die Rückgabeabsicht zwölf Monate vor Auszahlung erklären. Allerdings ist ein Handel über die Börse jeder Zeit möglich und bietet Anlegern somit ein hohes Maß an Flexibilität.

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