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Börse in New York: Das Corona-Virus erschüttert die internationalen Aktienmärkte. | © Imago images / Zuma Wire Foto: Imago images / Zuma Wire

Vermögensverwalter Stefan Wallrich

Diese Branchen profitieren von der Corona-Krise

Crashs hat es am Aktienmarkt schon mehrfach gegeben und es wird sie auch immer wieder geben. Egal ob es sich um den Schwarzen Montag im Oktober 1987, das Platzen der Internetblase in den Jahren 2001 bis 2003 oder die Weltfinanzkrise 2008 und 2009 gehandelt hat, waren diese Ereignisse in der immer gute Gelegenheiten, um in Aktien einzusteigen. Denn stets folgten den Rückgängen Erholungen sowie neue Höchststände.

Dabei hat es nach Indexverlusten von insgesamt rund 40 Prozent um den Schwarzen Montag am 19. Oktober 1987 knapp zwei Jahre gedauert, bis der Deutsche Aktienindex seine vorangegangenen Höchststände wieder erreicht hatte. Und die Kursrückgänge während der Asien-Lrise 1998 von zeitweise bis zu 38 Prozent waren nach weniger als eineinhalb Jahren wieder aufgeholt.

Deutlich länger hat dies mit gut sieben beziehungsweise etwas über fünf Jahre nach dem Platzen der Internetblase und der Weltfinanzkrise gedauert. Hier betrugen die vorangegangenen Verluste aber auch über 70 beziehungsweise über 55 Prozent. Beim aktuellen Crash beträgt der Maximum Drawdown auf Tagesschlusskursbasis bisher 38,8 Prozent.<

Angebots- und Nachfrage-Schocks

Schon jetzt zählt die Corona-Krise zu den historisch größten Herausforderungen, die sich unser Wirtschaftssystem stellen muss, kommen die Belastungen doch gleich von zwei Seiten. Ausgehend von China, über Asien, Europa und die USA beeinträchtigt das Virus einerseits die weltweite Produktion und damit die Angebotsseite. Lieferketten sind unterbrochen und die Mobilität ist in erheblichem Maße eingeschränkt.

Auch wenn die Produktion in China als wichtiger Lieferant von Vorprodukten bereits wieder angelaufen ist, dürfte der Höhepunkt der Ausfälle hierzulande bei einem Seeweg von sechs Wochen noch lange nicht erreicht sein. Hinzukommen massive Nachfrageschocks, die sich grob in nationale und internationale Effekte aufteilen lassen.

Da Deutschland sehr viel stärker in internationale Verflechtungen eingebunden ist als andere große Volkswirtschaften, dürften wir von letzteren besonders stark betroffen sein. National wird sich insbesondere der drastische Rückgang des sozialen Konsums bemerkbar machen. Da in diesen Bereichen – anders als in der Industrie – keinerlei Nachholeffekte zu erwarten sind, werden viele kleine und mittlere Dienstleister die Situation nicht überleben.

Rezession ist unausweichlich

Für die deutsche wie auch die globale Wirtschaft werden die hier nur ganz oberflächlich angerissenen Angebots- und Nachfrageschocks gravierende Folgen haben. Mitte März rechnete das Ifo-Institut in einem günstigen Szenario für 2020 mit einem Rückgang des heimischen Bruttoinlandsprodukts um 1,5 Prozent. Dabei sind allerdings nur kleine Einschränkungen in der Industrie berücksichtigt, die nach den jüngsten Entwicklungen bereits überholt sein dürften.

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