Themen
TopThemen
Fonds
Fondsanalyse
Mediathek
Märkte
Finanzberatung
Versicherungen
Boulevard
Experten
Denker der Wirtschaft
Krypto
Services
Academy Newsletter Veranstaltungskalender Finanz-Charts Globale Märkte Krypto-Kurse (in Echtzeit) Währungen (in Echtzeit)
Uniqlo-Filiale in Kopenhagen: Die japanische Modemarke dehnt ihre Geschäftstätigkeit in Europa aus.  | © imago images / Dean Pictures Foto: imago images / Dean Pictures

Aktien-Tipp vom Vermögensverwalter

Japans tapferes Schneiderlein

Fashion ist hierzulande an der Börse schon lange nicht mehr in Mode. So haben sich die Aktien von H&M binnen fünf Jahren halbiert, Hugo Boss hat sich gar gedrittelt. Die Anteilsscheine von Adler Modemärkte bilden da keine Ausnahme und Gerry Weber wagt nach der Insolvenz im Januar 2019 mit einem schlankeren Filialnetz den Neuanfang.

Richard Kaye ist Portfoliomanager bei der Fondsgesellschaft Comgest. Foto: Comgest

Die Ursachen für diese Entwicklung sind vielfältig, schließlich ist die Modebranche in den vergangenen Jahren von mehreren Seiten enorm unter Druck geraten. Digitale Anbieter wie Amazon, Zalando, Zozo, Bohoo oder Alibaba haben weltweit sehr viel Erfolg dank schneller Lieferung, großem Angebot und niedrigen Preisen. Gleichzeitig wurde der Zulauf in den einst so stark frequentierten Filialen der Modeketten immer geringer.

Ausgedehnte Rabatt-Schlachten der Anbieter untereinander, veraltete Geschäftsformate und fehlgeschlagene Kollektionen sowie – im Fall von Adler Modemärkte oder Gerry Weber – ein viel zu großer Fokus auf den deutschen Markt haben den Textileinzelhändlern weiter zugesetzt und blieben nicht ohne Folgen: Die Margen schrumpften und die Gewinne brachen ein.

Doch es geht auch anders, wie der in Deutschland immer bekanntere Bekleidungs-Einzelhändler Uniqlo unter Beweis stellt. Die japanische Modemarke ist seit mehreren Jahren auf Expansionskurs und beabsichtigt in Europa, vor allem in Deutschland und Frankreich, eine feste Größe zu werden.

Bislang gab es nur vier Läden in Berlin und einen in Stuttgart. Doch zwischen Oktober und Dezember eröffnete Uniqlo weitere Filialen in Düsseldorf, Köln und Berlin, womit die Anzahl nun auf neun gestiegen ist. Die Expansion des japanischen Branchenprimus kommt nicht von ungefähr, da sich der Firmengründer Tadashi Yanai fest vorgenommen hat, die Muttergesellschaft von Uniqlo, Fast Retailing (ISIN: JP3802300008), zur weltweiten Nummer eins in der Bekleidungswelt zu machen.

Die Voraussetzungen für den Expansionskurs sind nicht schlecht, gehört das Unternehmen doch unlängst zu den Konzernen mit den höchsten Profiten des weltweit auf rund 2,5 Billionen-Dollar geschätzten Modemarkts. Das geht aus einer aktuellen Studie, dem „The State of Fashion Report 2020“, der Unternehmensberatung Mc Kinsey und ihres Partners The Business of Fashion (BoF) hervor, in welcher Fast Retailing neben Luxusanbietern wie Kering, Richmont, Hermés oder LVMH unter den 20 erfolgreichsten Konzernen der weltweiten Modebranche in Erscheinung tritt.

nach oben