Vermögensverwalter Stephan Albrech: „Vier gute Gründe für eine Mega-Hausse bis 2035“ | © imago / Future Image Foto: imago / Future Image

Vermögensverwalter Stephan Albrech

„Vier gute Gründe für eine Mega-Hausse bis 2035“

Die Hausse am Aktienmarkt, die 2009 begann, ist noch lange nicht zu Ende. Sie dürfte vielmehr bis in die 2030er-Jahre reichen und Kursstände mit sich bringen, die derzeit niemand für möglich hält. Unserer Einschätzung nach sprechen vier Gründe sprechen dafür, dass die Luft für Aktien auf lange Sicht noch lange nicht zu dünn wird:

Grund 1: Bullenmärkte dauern im Schnitt 25 Jahre
Wer aus großer Distanz auf die Börsengeschichte schaut, erkennt: Säkulare – sprich: Langfristige - Bullenmärkte dauern etwa 25 Jahre. Sie werden zwar von kurzfristigen Abschwüngen unterbrochen, streben aber langfristig nach oben und entwickeln dabei immer höhere Tiefpunkte. Solche Bullenmärkte gab es von 1942 bis 1968 sowie von 1975 bis 2000 und seit 2009.

Ihre Gegenspieler, die säkularen Bärenmärkte, dauern hingegen rund zehn Jahre. Letztere erstreckten sich bislang von 1929 bis 1942, von 1968 bis 1975 sowie von 2000 bis 2009. Die Wiederholung des Musters hieße: Der langfristige Bullenmarkt, der 2009 begann, könnte bis zum Jahr 2034 dauern. Somit wäre der durch Covid-19 ausgelöste Einbruch, nur ein Zwischenspiel – ähnlich wie 1987. In der Tat haben etliche Aktien und Indizes wie der Nasdaq neue Allzeithochs erreicht, was für unsere These spricht.

Grund 2: Die Börse ist keineswegs überteuert
Viele Beobachter meinen, die Hausse, die 2009 begann, sei vor allem oder sogar nur der lockeren Geldpolitik der Notenbanken geschuldet gewesen. Als der DAX im Frühjahrs-Crash von 13.800 Punkten auf die 20-Jahres-Trendlinie bei 8.200 Zählern krachte, waren sie sich sicher: Jetzt wird es so ungemütlich wie 1929 oder 2000. Doch damit lagen sie falsch. Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen jetzt, warum. Konkret treiben im Wesentlichen drei Komponenten den Aktienmarkt: Die Dividendenrendite, Gewinnwachstum und Bewertungsveränderung.

Für die Zeit von 2010 bis 2019 ergibt die Untersuchung des (relativ teuren) US-Aktienmarktes durch Nobelpreisträger Robert Shiller, dass der Löwenanteil der durchschnittlichen Aktienrendite von gut 13 Prozent im Jahr durch stark wachsende Unternehmensgewinne und nicht durch überzogene Aktienbewertungen zustande kam. Die Aktienhausse seit der Finanzkrise war somit fundamental gut untermauert. Und sie wird es wieder sein, sobald die Corona-Krise vorüber ist.

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