Vermögensverwalter Thilo Stadler Discount-Zertifikate können Rendite schaffen

Thilo Stadler ist Vermögensverwalter bei der I.C.M. Independent Capital Management Vermögensberatung in Neuss. | © I.C.M. Independent Capital Management Vermögensberatung

Thilo Stadler ist Vermögensverwalter bei der I.C.M. Independent Capital Management Vermögensberatung in Neuss. Foto: I.C.M. Independent Capital Management Vermögensberatung

Wer vorausschauend Sicherungsmechanismen ins Depot einzieht, kann Krisen auch einmal aussitzen, ohne in Panik zu verfallen. Ein Instrument zur Absicherung bei gleichzeitiger Wahrung von Renditechancen sind Discount-Zertifikate.

Discount-Zertifikate fallen vor allem durch vergleichsweise einfache Strukturen auf: Es gibt eine festgelegte Laufzeit, einen fixen Basiswert und den maximalen Rückzahlungskurs. Wichtig: Es handelt sich bei den Papieren um Inhaberschuldverschreibungen. Die Bank, die das Zertifikat emittiert hat, muss also bis zur Rückzahlung des Zertifikats zahlungsfähig bleiben. Sonst droht der Totalverlust. Daher müssen Emittenten sorgsam ausgewählt werden.

Reduzierter Preis

Der Anleger erwirbt ein Discount-Zertifikat auf einen von ihm ausgewählten Basiswert, etwa auf eine einzelne Aktie oder auf einen Index. Dabei zahlt er einen um einen bestimmten Abschlag (Discount) reduzierten Preis im Vergleich zur Aktie. Steht der Aktienkurs am Ende der Laufzeit des Zertifikats oberhalb oder gleich des definierten Grenzwerts (Cap), erhält der Investor diesen Wert vom Emittenten in bar ausgezahlt. Fällt die Aktie unter diesen Grenzwert, erhält der Anleger die Aktie ins Depot gelegt.

Dieses Prinzip lässt sich an einem konkreten Beispiel festmachen. Das Discount-Zertifikat auf BASF (Emittent: HSBC) hat eine Laufzeit bis 17. Mai 2019, einen Kaufpreis von 56,90 Euro und einen Cap von 58 Euro. Der Discount zum aktuellen Aktienkurs beträgt knapp 17 Prozent. Der Investor kann somit 1,30 Euro pro Zertifikat verdienen, das heißt absolut 2,29 Prozent beziehungsweise 4,25 Prozent pro Jahr. Um diese Rendite zu verdienen, darf die BASF-Aktie bis zur Fälligkeit im Mai also bis gut 58 Euro zurückfallen.

Interessant in Seitwärtsmärkten

Erst wenn die Aktie bei Fälligkeit unter den Kaufkurs des Zertifikats fällt, erreicht der Anleger mit seinem Investment die Verlustzone. Daher kommt es bei Zertifikateinvestments auch darauf an, nur die Werte sorgfältig auszuwählen, denen man in der Zukunft auch Vertrauen schenken möchte. Denn wer die Aktie als Ausgleich für sein Zertifikat erhält, kann in der Folge von der Erholung profitieren.

Für Anleger, die mit einer eher schwachen oder seitwärts gerichteten Aktienmarktentwicklung rechnen, sind Discount-Zertifikate also eine interessante Anlagemöglichkeit. Die Renditechance ist attraktiver als bei klassisch verzinslichen Anlagen, wenngleich natürlich ein Aktienrisiko – wenn auch verringert – zugrunde liegt. Es ist aber auch ein interessanter Gedanke, dass man den Basiswert im schlechtesten Fall effektiv geliefert bekommt und so einen günstigen Einstieg in den Basiswert vorbereiten kann.

Die Einsatzmöglichkeiten kann man darüber hinaus hinsichtlich der Laufzeit und der Rendite-Risiko-Profile flexibel gestalten. So lässt sich zum Beispiel auch ein Portfolio aus Discount-Zertifikaten aufbauen, das über verschiedene Emittenten, Basiswerte und Laufzeiten gestreut ist.