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Thomas Buckard ist seit dem Jahr 2000 Gründungsmitglied der MPF. Als Vorstand ist er für die Kundenakquisition und -betreuung zuständig. Zuvor arbeitete der passionierte Bergsteiger im Private Banking der Deutschen Bank. | © MPF AG

Vermögensverwalter Thomas Buckard Alles dreht sich um die Zinsen

Mit seiner Ankündigung, die Fed stehe bereit, „um angemessen zu handeln“, hat der amerikanische Notenbank-Chef Jerome Powell sicherlich beim Präsidenten Punkte gut gemacht. Donald Trump fordert ja schon länger Zinssenkungen, um die Finanzmärkte zu befeuern. Jetzt hat Powell geliefert, die Marktteilnehmer gehen fest davon aus, dass der erste Zinsschritt schon bald kommt. Der Fed-Chef hat sich aber auch zum Liebling der Anleger gemausert. Seitdem er eine Zinspause verkündete, feiern die Börsianer die Aussichten auf noch niedrigere Zinsen und die Aktienmärkte befinden sich im Rallymodus.

Dass Christine Lagarde Mario Draghi an der Spitze der EZB ablösen wird, verstärkt noch die gute Laune der Anleger. Die bisherige IWF-Chefin ist Politikerin und keine Finanzfachfrau. Von ihr wird mindestens eine Fortsetzung der ultralockeren Zinspolitik Mario Draghis erwartet. Das gilt auch, weil der neue Chefvolkswirt der EZB, Philip Lane, als der starke Mann hinter Lagarde gilt. Lane hat neulich in einer Fragerunde auf Twitter deutlich gemacht, die Geldpolitik notfalls weiter zu lockern. Denkbar sind ein noch niedrigerer Einlagensatz für Bankguthaben bei der EZB oder der erneute Aufkauf von Anleihen – oder beides zusammen. Und was machen die Aktienanleger? Sie lassen die Sektkorken knallen.

In den USA notieren sowohl der Nasdaq-Index als auch der Dow Jones und der breiter gefasste S&P 500 auf Rekordniveau. In Deutschland bewegt sich der Dax zumindest in der Nähe seines Jahreshöchststands. Kein Wunder: Ein Großteil der deutschen Bundesanleihen rentiert fest im negativen Bereich. Anleger, die dem Staat 100.000 Euro für zehn Jahre leihen, zahlen dafür derzeit rund 300 Euro pro Jahr. Vor Kurzem betrug diese Art „Leihgebühr“ sogar rund 400 Euro. Vor diesem Hintergrund gelten Aktien wieder einmal als „alternativlos“.

Die besten Zeiten hinter sich

Bei der ganzen Euphorie wird offenbar vergessen, dass der Konjunkturzyklus schon sehr reif ist und sich dem Ende neigen könnte. Dafür gibt es eine Reihe von Indizien. Den stärksten Hinweis liefern die Unternehmen. Vor Kurzem hat BASF Schockwellen gesendet, wie das Handelsblatt schrieb. Das Unternehmen rechnet im laufenden Jahr mit einem Gewinneinbruch um 30 Prozent. Ursprünglich sollte der operative Gewinn (EBIT) steigen. Auch von einem Umsatzwachstum ist nicht mehr die Rede.

Da BASF enorm breit aufgestellt ist und eine Vielzahl von Branchen beliefert, gilt der größte Chemiekonzern der Welt auch als eine Art Konjunkturindikator. Die Gewinnwarnung hängt bei dem Unternehmen - anders als bei der Deutschen Bank - nicht mit internen Problemen zusammen, sondern mit der schwachen Nachfrage der Kunden. Das war übrigens schon die zweite Gewinnwarnung von BASF in den zurückliegenden 14 Monaten.

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