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Vermögensverwalter Thomas Buckard Alles dreht sich um die Zinsen

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Der Chemie-Konzern ist leider kein Einzelfall. Daimler gab im Juli bekannt, im zweiten Quartal sogar einen operativen Verlust von 1,6 Milliarden Euro eingefahren zu haben. Das ist bereits das vierte Mal innerhalb eines Jahres, dass der Stuttgarter Konzern vor schlechteren Ergebnissen warnte. Die vorletzte Gewinnwarnung kam erst rund drei Wochen zuvor. Fast scheint es so, als würden BASF, Daimler & Co. von einer schwächeren Konjunktur regelrecht überfahren.

Nicht nur mikro-, sondern auch makroökonomisch sieht es derzeit nicht gerade ermutigend aus. Der Ifo-Geschäftsklimaindex ist im Juni auf 97,4 Punkte gefallen. Das ist der niedrigste Stand sein November 2014. Die Erwartungen der rund 9000 befragten Unternehmen befinden sich ebenfalls im Rückwärtsgang. In anderen Ländern sieht es nicht besser aus. So fiel in China das Wirtschaftswachstum im zweiten Quartal 2019 auf den niedrigsten Wert der vergangenen 27 Jahre. Unter dem Strich lädt die Weltwirtschaft derzeit nicht zum Jubeln ein, jedoch scheint dies die Aktienmärkte derzeit in ihrem Stimmungshoch nicht zu stören.

Stimmungswandel absehbar

Doch es wird über kurz oder lang der Punkt kommen, an dem die niedrigen oder negativen Zinsen nicht nur als Treibstoff für die Aktienmärkte gesehen werden, sondern auch als Zeichen eines rückläufigen Wirtschaftswachstums. Das lässt dann nicht nur bei BASF und Daimler die Gewinne schrumpfen, sondern dürfte dann auch an den Aktienmärkten nicht spurlos vorübergehen.

Schon im vierten Quartal 2018 haben Ängste vor einer Rezession die Börsen einbrechen lassen. Wenn die Marktteilnehmer ihre Zins-Interpretation wieder einmal ändern, kann sich das schnell wiederholen. Dann dürfte auch hinter der vermeintlichen Alternativlosigkeit von Aktien wieder ein dickes Fragezeichen stehen.

Somit sollten Anleger nicht vergessen, ihre Aktienbestände etwas zu reduzieren und Liquidität aufzubauen, um bei einer anstehenden Korrektur preisgünstiger zukaufen zu können. Als Alternative kommen Absicherungsgeschäfte infrage, deren Kosten momentan aufgrund der niedrigen Volatilitäten überschaubar sind.

Comeback von Gold

Dass sich nicht nur mit Aktien Geld verdienen lässt, hat in den vergangenen Monaten außerdem Gold gezeigt. Das Edelmetall ist auf den höchsten Stand seit sechs Jahren gestiegen. Eigentlich war die Gold-Rally schon länger überfällig. Auch hier dreht sich alles um die Zinsen – in diesem Fall jedoch zu Recht. So niedrig waren die Opportunitätskosten für das Edelmetall schon lange nicht mehr.

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