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Händler an der New Yorker Börse. Beim Anlegen sollte man sich nicht von kurzfristigen Emotionen leiten lassen, rät Vermögensverwalter Thomas Buckard. | © Getty Images

Vermögensverwalter Thomas Buckard Der richtige Zeitpunkt, Geld anzulegen

Thomas Buckard
Foto: Bettina Oswald/MPF

Das richtige Timing an der Börse ist genauso wertvoll wie das sprichwörtliche Ei des Kolumbus. Wenn es eine einfache Lösung für das unlösbare Problem des perfekten Ein- oder Ausstiegs an den Märkten gäbe, würde die Finanzwelt vollkommen Kopf stehen. Man soll aber gerade an den Börsen keinen Trends hinterherlaufen – außer einem, nämlich dem,  an der Börse zu investieren. Es wäre falsch, jetzt nicht investiert zu sein. Das Geld auf Sparkonten oder in festverzinslichen Papieren wie Staatsanleihen stecken zu lassen, bietet keine langfristige Perspektive, sondern führt zu Vermögensvernichtung durch Inflation.

Bei allen Investments stehen etablierte Auswahlkriterien wie Kennziffern, Geschäftsmodelle und Zukunftsaussichten im Fokus. Schauen Sie sich die Unternehmen und die jeweiligen Branchen genau an, bevor Sie Ihre Ersparnisse investieren. Eine präzise Vorbereitung mittels eines nachvollziehbaren Investmentprozesses ist das A und O einer jeden Geldanlage. Für Vollgas ist jetzt nicht der richtige Zeitpunkt, sondern für Entschleunigung. Anleger sollten Liquidität zurückhalten, um bei einer Korrektur günstiger zukaufen zu können. Es gilt: Die Märkte bleiben immer in Bewegung, denn die Themen gehen nicht aus.

Den Markt durch eine Rein-/Raus-Strategie schlagen zu wollen, ist allerdings so gut wie unmöglich. Recherchen von J. P. Morgan zum Beispiel ergaben, dass, wer nur zehn der besten Einzeltage an den Börsen in einem Zeitraum von 20 Jahren verpasst, in der Regel seine Gewinne aus dieser Zeit halbiert. Und wer 30 der besten Handelstage verpasst, verliert laut den Erhebungen seine Rendite vollständig. „Hin und Her macht Taschen leer“, ist nicht umsonst eine oft zitierte Börsenweisheit.

Angesichts des weltweiten Zinsgemenges ist es sicherlich angeraten, die eigene Home Bias zu verlassen und den Anlagefokus deutlich globaler auszurichten. Wer immer nur in solche Werte investiert, die er oder sie vor der eigenen Haustür findet, reduziert seine Ertragschancen und büßt im weltweiten Vergleich mehrere Prozent an Renditechancen ein. Auch die Schwankungsrisiken sind bei einem Fokus auf nationale und europäische Anlagen zurzeit deutlich größer als bei einer globalen Allokation. Achten Sie unbedingt darauf, ob die inneren Werte ihres Portfolios noch ausgewogen sind.

Langfrist-Ziele zählen

Gerade vor dem Hintergrund, dass Renditen aufgrund des Niedrigzinsumfeldes immer schwieriger zu erwirtschaften sind, sollten langfristige Investment- und Renditeziele vereinbart werden. Daran muss sich die Strategie dann messen lassen, aber ebenso sollten Anleger den langen Horizont nicht aus den Augen verlieren. Und der lautet, dauerhaft nach Inflation und Kosten eine positive Rendite zu erwirtschaften. So funktioniert nachhaltiges Investieren.

Ist jetzt also der richtige Zeitpunkt, Geld anzulegen? Jeder Zeitpunkt ist der richtige, die Frage ist eher nach der passenden Strategie. Machen Sie nicht den Fehler, sich der Macht der Emotionen hinzugeben. Behalten Sie einen kühlen Kopf und Ihre langfristigen Ziele fest im Blick.

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