Selbstgebautes Solarauto im chinesischen Tianjin: Alternative Energiequellen sind auch als Anlagethema interessant, sagt Vermögensverwalter Thomas Buckard. | © Getty Images

Vermögensverwalter Thomas Buckard

Was die Aktienmärkte zukünftig beschäftigt

Thomas Buckard

Ganz klar, die Digitalisierung und Maßnahmen gegen den Klimawandel zählen zu den ganz großen Megatrends. Beide spiegeln sich in der Elektromobilität wider. Zwar sind Stromer nicht unumstritten, da die Produktion der Lithium-Ionen-Akkus große Mengen an Strom verbraucht. Und wenn die Elektroautos mit Kohlestrom geladen werden, verschlechtert sich natürlich auch ihre CO2-Bilanz. Dennoch werden wir in Zukunft sehr viel mehr Fahrzeuge mit Batterieantrieb sehen als heute.

Denn die Politik setzt klar auf Elektromobilität. So gilt in der EU ab dem kommenden Jahr für den CO2-Ausstoß der jeweiligen Neuwagen-Flotten eine Obergrenze von 95 Gramm pro Kilometer. Das entspricht in etwa dem Verbrauch von vier Litern Benzin oder drei Litern Diesel für 100 gefahrene Kilometer. Jedes Gramm darüber wird mit jeweils 95 Euro bestraft, allerdings erst ab dem Jahr 2021. Da können schnell ein paar hundert Euro oder noch mehr zusammenkommen. Das Problem hat sich für die Autokonzerne zuletzt sogar verschärft, weil sich der durchschnittliche CO2-Ausstoß ihrer Fahrzeuge erhöht hat, statt in Richtung 95 Gramm abzusinken. Der Grund ist: Die Käufer ordern immer seltener einen Diesel. Gleichzeitig sind die nicht gerade verbrauchsarmen SUVs en vogue.

Die großen Volumen-Hersteller werden kaum um milliardenschwere Strafen herumkommen, wenn sie nicht höhere Stückzahlen von Elektroautos auf die Straße bringen. Denn diese stoßen null Gramm CO2 aus und können so die zu hohen Abgaswerte anderer Fahrzeuge kompensieren. Gleichzeitig drängt China die Autokonzerne mit einem neuen Punktesystem in Richtung Elektrifizierung der Fahrzeuge. Schließlich gibt es weltweit Förderprogramme und zunehmend Fahrtverbote für besonders umweltbelastende Wagen. Nicht umsonst wollen Tesla und BASF in Brandenburg künftig E-Autos beziehungsweise Batterie-Akkus produzieren.

Energiewende Teil 2

Wie erwähnt machen Elektroautos eigentlich nur dann richtig Sinn, wenn sie keinen Kohlestrom laden. Dieser wird zumindest in Deutschland in den kommenden Jahren schrittweise abgeschaltet. Dem Atom- folgt der Kohleausstieg - gewissermaßen als zweite Etappe der Energiewende. Die Zukunft gehört somit alternativen Energiequellen. Dazu zählen außer Sonne, Wind und Wasser sicherlich auch die Kraft-Wärme-Kopplung. Interessant sind in diesem Zusammenhang auch die Hersteller von Bio-Kraftstoffen, die Pflanzenreste zu Treibstoffen verarbeiten. Hier gibt es große technologische Fortschritte. Zudem lässt sich der Biosprit grundsätzlich auch für Flugzeuge nutzen, die wahrscheinlich auf absehbare Zeit noch nicht mit Elektromotoren unterwegs sind.

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