Vermögensverwalter Thomas Heidel Welche Zukunft dem Bitcoin blüht

Thomas Heidel leitet das Research beim Frankfurter Vermögensverwalter Fidal | © Fidal

Thomas Heidel leitet das Research beim Frankfurter Vermögensverwalter Fidal Foto: Fidal

Seit dem Höhepunkt der Euphorie für Kryptowährungen im Dezember 2017 hat sich laut Coinmarketcap.com der Marktwert aller mittlerweile 2.000 Kryptowährungen von ehemals fast 830 Milliarden US-Dollar auf knapp 130 Milliarden US-Dollar reduziert.

Die Begeisterung für Cyber-Devisen hat enorm nachgelassen. Der „Bloomberg Galaxy Crypto Index“, der die zehn liquidesten in den USA gehandelten Digitalwährungen abbildet, darunter mit Bitcoin, Ripple und Ethereum die drei Größten, hat allein in diesem Jahr 80 Prozent seines Wertes verloren.

Was ist ein Bitcoin und wozu wird er benutzt?

Der Bitcoin war die erste dezentrale, virtuelle, digitale Währung, die auf der Blockchain-Technologie basierte. Blockchains sind fälschungssichere, dezentrale Datenstrukturen („Blöcke“), in denen Transaktionen mit Hilfe kryptographischer Verfahren in der Zeitfolge protokolliert, nachvollziehbar, unveränderlich und ohne zentrale Instanz abgebildet sind. Diese virtuellen Geldeinheiten werden dezentral in einem Rechnernetzwerk geschaffen („geschürft“) und mit Hilfe von digitalen Brieftaschen („wallets“) verwaltet. Der Bitcoin entsprang aus der Idee, ein von staatlicher Geldpolitik unabhängiges virtuelles Geld zu erschaffen. Allerdings können Kryptowährungen für kriminelle Geschäfte und zur Umgehung von Kapitalverkehrsbeschränkungen genutzt werden.

Ursachen für den Absturz

Als der Bitcoin im Zuge des Hypes um Kryptowährungen sich in 2017 verzwanzigfacht hatte, war schon zum Jahresende 2017 erkennbar, dass sich beim Bitcoin eine spekulative Blase gebildet hatte, ähnlich wie 1637 bei der Tulpenmanie in den Niederlanden. Der Bitcoin stellt momentan keine Alternative zum Papiergeld dar, da er wesentliche Geldfunktionen wie Wertaufbewahrung und Tauschmittel nur unzureichend erfüllt. Er ist für den „normalen“ Wirtschaftsverkehr bei Transaktionsvorgängen auch aufgrund der langsamen Geschwindigkeit und der relativ hohen Gebühren eher ungeeignet.

Mehrere Gründe sind für den Absturz der Kryptowährungen in der letzten Zeit verantwortlich. Im November hat der Streit um die Aufspaltung des Bitcoin Cash (in Bitcoin Cash ABC und Bitcoin Cash SV), der selbst aus einer Abspaltung vom Bitcoin hervorgegangen ist, in der Bitcoin-Fangemeinde für enorme Verunsicherung gesorgt. Daneben sind in vielen Ländern Bestrebungen im Gange, Geschäfte mit Kryptowährungen bzw. Crypto-Börsen zu regulieren.