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Obst- und Gemüsetheke in einem Supermarkt: Paprikas werden in der Corona-Krise immer teurer. | © Imago Images / Imagebroker Foto: Imago Images / Imagebroker

Vermögensverwalter über Corona-Krise

Inflation statt Deflation

Gemüse wie Paprika ist in den vergangenen Wochen deutlich teurer geworden. Es fehlen nicht nur Helfer für die Spargelernte in Deutschland, sondern auch Saisonarbeiter in Südeuropa. Und in den USA werden Burger knapp, weil Arbeiter in den Fleischbetrieben Corona-bedingt ausfallen. Die Preise haben sich dort bereits teilweise um 20 bis 30 Prozent gestiegen.

Das sind nur zwei kleine Beispiele für das, was in den kommenden Monaten und Quartalen passieren könnte. Erst dann wird sich zeigen, wie stark die Industrie und der Dienstleistungssektor wieder hochfahren können. In verschiedenen Bereichen ist schon heute absehbar, dass das Vorkrisenniveau bis auf Weiteres nicht erreicht werden kann.

Das gilt beispielsweise für Gaststätten und den Tourismus. Allein die Abstandsregeln werden hier für ein geringeres Angebot sorgen. Oder ein anderes Beispiel: Vor ein paar Tagen hat Volkswagen angefangen, unter anderem in den Werken in Wolfsburg und Zwickau die Produktion wieder hochzufahren  allerdings erst einmal im Ein-Schicht-Betrieb. Wann hier wieder die volle Kapazität erreicht werden kann, bleibt vorerst offen.

Notenbanken drehen Geldhähne auf. Gleichzeitig spülen EZB, Fed und Co. Liquidität in einem bislang ungekannten Ausmaß in die Finanzmärkte. Allein in Europa belaufen sich die zusätzlichen Anleihekäufe bis zum Jahresende auf 750 Milliarden Euro. Die amerikanischen Geldhüter haben sogar auf eine Obergrenze ganz verzichtet.

Allein im April hat die Fed für 931 Milliarden Dollar amerikanische Staatsanleihen gekauft. Das entspricht 12 Prozent der gesamten Staatsausgaben der USA im vergangenen Jahr. Dazu kommen noch die gigantischen Hilfs- und Rettungspakete der Regierungen, die im Gegensatz zu dem Notenbankgeld nicht in den Finanzsektor fließen, sondern Liquidität in die Realwirtschaft spülen.

In den USA bekommen die Bürger vom Staat sogar Schecks in die Hand gedrückt, um dort den so wichtigen Konsum zu unterstützen. Dabei handelt es sich gewissermaßen um sogenanntes Helikoptergeld  zumindest bei einer etwas weniger strengen Definition des Begriffs. Es treffen somit riesige zusätzliche Geldsummen auf ein begrenztes Angebot.

Kurzfristig Deflation möglich

Zwar ist es auf kurze Sicht durchaus denkbar, dass die Preise erst einmal fallen. Menschen, die sich in Kurzarbeit befinden oder ihren Job ganz verloren haben, werden ihren Konsum erst einmal einschränken müssen. Der gesunkene Ölpreis wirkt zusätzlich deflatorisch. Trotz der jüngsten Erholung notiert der Energierohstoff noch deutlich tiefer als vor einem Jahr.

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