Thomas Lange von Lange Assets & Consulting in seinem Hamburger Büro.

Thomas Lange von Lange Assets & Consulting in seinem Hamburger Büro.

Vermögensverwalter über den Goldpreis

Gold ist kein Kern-Investment

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Für Investoren gibt es sehr unterschiedliche Gründe Gold zu kaufen. Mal ist das Edelmetall ein sicherer Fluchthafen in Krisenzeiten, mal verspricht es Schutz vor Inflation oder dient als hinterlegte Sicherheit für Waren und Finanztransaktionen. Doch ist Gold immer eine gute Idee? Was bewegt den Goldpreis? Zahlreiche Untersuchungen zum Thema kommen zu unterschiedlichsten Ergebnissen. Thomas Lange von Lange Assets & Consulting über den Zusammenhang zwischen Goldpreis und der Realverzinsung des US Dollars und warum sein Unternehmen aktuell nicht in Gold investiert.

Der Goldpreis unterliegt zahlreichen Einflussgrößen. Experten argumentieren mal mit den Verkäufen von Zentralbanken und mal mit der Schmucknachfrage in Indien oder den Spekulationen über Zu- und Abflüsse bei physischen ETFs. Wird ein längerer Zeitraum betrachtet, tritt aber keines der Argumente nachhaltig in den Vordergrund - vielmehr überwiegt mal das Eine und mal das Andere.

Eines ist aber deutlich belegbar: Mit dem Beginn der massiven Liquiditätszuführung seitens der Zentralbanken als Antwort der Börsenkrise nach dem New Market Boom ab Ende 2002, begann der kometenhafte Anstieg des Goldes. Haupttreiber war hier die Angst vor Inflation und Entwertung des Papiergeldes. Gesteigert wurde dieser Effekt noch durch die Angst vor einem Systembruch im Zuge der Lehman Krise Ende 2007.

Der Höchstpreis wurde dann im Sommer 2011 erreicht, als die erste Zahlungsunfähigkeit Griechenlands offenbar wurde. Die Zentralbanken reagierten nach altem Muster und öffneten die Geldschleusen noch weiter, aber trotzdem fiel der Goldpreis um mehr als 40 Prozent, womit das Argument des billigen Geldes entkräftet wurde. Aber auch die vielfältigen Krisen seit 2011 konnten keinen nachhaltigen Anstieg oder Stabilität in den Goldpreis bringen. Somit wird auch dieses Argument entkräftet.

Was also bewegt den Goldpreis? Wir bei Lange Assets & Consulting sehen eine stabile, negative Korrelation zur Entwicklung der Realverzinsung des US-Dollar. Das bedeutet, eine sinkende Realverzinsung führt zu steigenden Goldpreis und andersherum.

Beispiele in der Übersicht:


1993-1998: Anstieg der Realverzinsung von 3,53% p.a. auf 7,19% p.a.; Goldpreis -26,22% /5,9% p.a.

1998-2004: Rückgang der Realverzinsung von 7,19% p.a. auf 1,54% p.a.; Goldpreis +52,11% /7,23% p.a.

2007-2011: Rückgang der Realverzinsung von 5,24% p.a.auf 1,16% p.a.; Goldpreis +87,51% /17,02% p.a.

seit 2011: Anstieg der Realverzinsung von 1,16% p.a.auf 1,74% p.a.; Goldpreis -22,9% /12,16% p.a.

Eine Ausnahme bilden die Jahre zwischen 2004 und 2007. Damals dreht die US Notenbank als Reaktion auf den Zusammenbruch der Neuen Märkte das erste Mal massiv den Geldhahn auf. Bis zur Lehman Krise sorgte dies für eine steigende Realverzinsung mit ebenso steigendem Goldpreis.

Für uns bei Lange Assets & Consulting bedeutet dies, dass wir negative Implikation für die aktuelle Goldpreisentwicklung sehen, da von einem Anstieg der US Realverzinsung in den kommenden Jahren auszugehen ist. Obwohl diese Komponente wie 2004-2007 durch Extremsituationen wie Krisen oder massive Eingriffe der US Zentralbank überlagert werden kann, ist Gold für uns derzeit kein Core-Investment.

Über Lange Assets & Consulting:

Die Lange Assets & Consulting Gesellschaft ist eine unabhängige Vermögensverwaltung mit Schwerpunkt in der Betreuung vermögender Privatkunden, institutioneller Mandate und Stiftungen. Langes Expertise besteht insbesondere darin, sehr komplexe Vermögen individuell mit Multi-Asset-Strategien so zu betreuen, dass sie auf die Schnelllebigkeit und die Trends an den Kapitalmärkten reagieren können, wie es in dieser Art sonst nur großen Familienvermögen vorbehalten ist.