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Goldbarren im Tresor: Das Edelmetall ist eine Versicherung für Anleger, sagt Portfoliomanager Leopold Zellwecker. | © imago images / photothek Foto: imago images / photothek

Vermögensverwalter über Edelmetall

Gold gehört als Schutz ins Portfolio

Leopold Zellwecker
Bild: Steinbeis & Häcker

Kritiker behaupten oft, dass Gold keine Zinsen abwirft, an sich nicht produktiv ist und somit auch keinen Beitrag in einem Wertschöpfungsprozess leistet. Grundsätzlich sind beziehungsweise waren diese Einwände teilweise berechtigt. Dass Gold keine Zinsen abwirft, kann heute jedoch schwerlich als Nachteil gesehen werden. Zeitgemäß müsste man vielmehr sagen: Gold kostet keine Zinsen!

Auch konnte man mit Gold seit der Antike seine Kaufkraft langfristig erhalten. Ein vielgebrachtes Beispiel ist der Vergleich der Kaufkraft anhand einer Unze Gold. Bereits in der Antike bekam man dafür eine gute Toga und auch heute noch ist der Erwerb eines hochwertigen Anzugs dafür möglich.

Gold als Vertrauensbarometer

In der Vergangenheit kam es immer wieder zu Vertrauenskrisen an den Finanzmärkten. Die letzte Banken- und Finanzkrise, von Amerikas Immobilienmarkt ausgelöst, endete schließlich in der Eurokrise. Massive globale Stützungsprogramme konnten das Schlimmste verhindern. Der Schaden, welcher 2008/09 an den internationalen Börsen entstand, war jedoch enorm. Der Dax büßte zeitweise 50 Prozent seines Wertes ein. Gold hingegen entwickelte sich in dieser Phase komplett konträr und konnte seinen Wert zeitweise mehr als verdoppeln.

Das Vertrauen in Notenbanken und Regierungen war in dieser Phase auf seinem Tiefpunkt. Mit zurückkehrendem Vertrauen an den Finanzmärkten kam es anschließend zu einer sukzessiven Umschichtung von Gold in höher rentierliche Anlageklassen wie Aktien und Immobilien. Dementsprechend ist es sinnvoll, die Goldquote der jeweiligen Situation aktiv anzupassen. Richtig eingesetzt, kann Gold ein Portfolio in kritischen Phasen stabilisieren und vor größeren Verlusten bewahren.

Die expansive Geldpolitik aller wichtigen Notenbanken führt dazu, dass die Kaufkraft des sogenannten Fiatgeldes, also einem aus dem Nichts erzeugten Geldes gegenüber soliden Sachwerten bereits deutlich an Wert verloren hat. Diese Inflation von Vermögenswerten dürfte wahrscheinlich in den kommenden Jahren ihre Fortsetzung finden. Eine zusätzliche Unterstützung sollte zudem von der Zinsseite kommen. Es ist unwahrscheinlich, dass in naher Zukunft die realen Zinsen wieder stärker steigen werden.

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