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Goldbarren aus dem Bestand der Deutschen Bundesbank: Vermögensverwalter Stephan Albrech sieht gute Aussichten für Goldanleger. | © imago images/Hartenfelser Foto: imago images/Hartenfelser

Vermögensverwalter über Edelmetall

Gold hängt den Dax seit 50 Jahren ab

Stephan Albrech
Bild: Albrech & Cie. Vermögensverwaltung

In der Finanzpsychologie gibt es einen Ausdruck, der erklärt, warum sich die Mehrheit der Anleger bei wichtigen Einschätzungen täuscht: der sogenannte „recency bias“, zu deutsch: Rezenzeffekt. Er besagt, dass später eingehende Informationen einen größeren Einfluss auf Erinnerung und Entscheidungen haben als Infos, die schon seit Längerem bekannt sind. Der Grund dafür ist ziemlich schlicht: Unser Kurzzeitgedächtnis ist überschaubar – und was sich darin befindet, ist leichter für uns verfügbar als ältere Informationen.

Geschichten sind das eine – die Zahlen sind das andere

Für unser Thema Aktien und Gold bedeutet dies: Da Dividendentitel in den vergangenen fünf bis zehn Jahren Gold in Sachen Rendite abgehängt haben, neigen viele Anleger zu dem Glauben, dass Aktien dem Edelmetall in Sachen Rendite von Natur aus überlegen sind. Doch so einfach ist es nicht: Seit dem Tief im Jahr 2000 haben US-Papiere, die den Rendite-Zug bei den Aktien unumstritten anführen, ohne Dividenden „nur“ 164 Prozent oder fünf Prozent jährlich zugelegt. Gold indes gewann 495 Prozent oder 9,3 Prozent im Jahr. Selbst inklusive Dividenden konnten Aktien dem Edelmetall in den vergangenen 20 Jahren nicht das Wasser reichen. Das gilt erst recht für zehnjährige Staatsanleihen, die inklusive Zinsen nur rund 140 Prozent zulegten.

Nun könnte man argumentieren, dass man nur lang genug warten müsse, bis sich der Vorteil der Dividenden bei Aktien gegenüber dem „ertraglosen“ Gold in harte Euros verwandelt. Doch auch dies hält einer genauen Prüfung nicht stand, wie der Vergleich von Aktien und Gold seit der Freigabe des Goldpreises im Jahr 1971 zeigt. Seitdem hat Gold von 35 auf 1.561 Dollar und somit um 4.360 Prozent zugelegt – das entspricht einer jährlichen Rendite von 8,2 Prozent. Der Deutsche Aktienindex brachte es inklusive Dividenden von 423 auf gut 13.500 Zähler – und somit „nur“ auf einen Zuwachs von 3.200 Prozent.

Edelmetall-Hausse geht in die nächste große Runde

Nach diesem Ausflug in die Geschichte nun zu den Aussichten für Gold in den kommenden Jahren. Unser technisches Hauptargument ist, dass Gold die fulminante Hausse bis 2011/12 über sieben Jahre hinweg auskorrigiert hat und nun für einen weiteren Anstieg reif ist. Gemessen in Euro wurde das vergangene Jahr sogar mit einem Allzeithoch abgeschlossen – ein klares Signal, dass der Bullenmarkt beim Gold in den nächsten Jahren weitergeht, weil Assets mit höheren Kursen meist weitere Anleger anlocken.

Vom Chart her erinnert uns die aktuelle Phase an die Zeit von 2006 bis 2008, als Gold eine 20-jährige Bodenbildung abschloss und danach erstmals deutlich anstieg. In den folgenden fünf Jahren verdreifachte sich der Preis beinahe. Wir wollen uns hier nicht darauf festlegen, ob es dieses Mal auch so kommen dürfte – das entspräche einem Preis von 4.000 bis 5.000 Dollar pro Feinunze. Allerdings gehen wir davon aus, dass Gold im nächsten Aufwärtsschub die Zone von 2.000 bis 2.500 Dollar erreichen wird. Das wäre immerhin ein Zuwachs von bis zu 60 Prozent – und Überraschungen nach oben sind durchaus möglich.


Über den Autor:
Stephan Albrech ist Vorstand der Albrech & Cie. Vermögensverwaltung aus Köln.

Diesen und weitere Vermögensverwalter finden Sie auf www.v-check.de.

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