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Firmenzentrale von Fresenius im hessischen Bad Homburg: Die Aktie des Medizintechnikkonzerns zeigt, dass Directors' Dealings nicht immer ein guter Indikator sind, sagt Vermögensverwalter Christian Köffler.  | © Getty Images

Vermögensverwalter über Eigengeschäfte

„Directors’ Dealings sind nicht das Nonplusultra für Anleger“

Regulierung im Finanzmarkt wird oftmals als störend, als lästig aufgefasst. Aber der Ansatz des Gesetzgebers ist eigentlich immer ein gut gemeinter: Anleger, also Verbraucher, sollen vor unseriösen Angeboten, schludriger Arbeitsweise und allgemeinen Nachteilen bei ihren Investments geschützt werden. So sind auch die Regelungen zu den sogenannten Directors‘ Dealings entstanden. Directors‘ Dealings bezeichnen die legale Form des Insiderhandels und damit Wertpapiergeschäfte von Mitgliedern des Managements börsennotierter Aktiengesellschaften oder diesen nahestehenden Personen oder Gesellschaften mit Wertpapieren des eigenen Unternehmens.

Christian Köffler
Bild: I.C.M.

Aber: Auf transparenten Kapitalmärkten müssen sich die Marktteilnehmer ein Bild davon machen können, wenn Vorstände oder Aufsichtsräte mit Finanzinstrumenten handeln, die das eigene Unternehmen begeben hat, heißt es bei der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin). Die Marktmissbrauchsverordnung (EU) Nr. 596/2014 verlange daher insbesondere von Mitgliedern der Geschäftsführung und des Aufsichtsorgans eines Emittenten sowie von allen anderen Personen, die regelmäßig Zugang zu Insiderinformationen hätten und zugleich wesentliche unternehmerische Entscheidungen träfen, dass sie Eigengeschäfte mit finanzmarktgehandelten Anteilen und Schuldtiteln des Emittenten oder damit verbundenen Finanzinstrumenten innerhalb von drei Geschäftstagen meldeten – und zwar sowohl dem Emittenten als auch der zuständigen Behörde.

Und natürlich ist mit der generellen Erlaubnis, Aktien und Co des eigenen Unternehmens zu handeln, nicht die legale Möglichkeit für Mitglieder der Geschäftsleitung, Gesellschafter, Vorstände und andere hochrangige Manager verbunden, spezielle Informationen, die dem Markt nicht oder verspätet zur Verfügung stehen, auszunutzen. Denn der sogenannte Insiderhandel bleibt streng verboten. Die Verwendung von Insiderinformationen ist in Deutschland und den meisten Mitgliedstaaten der Europäischen Union eine Straftat, da er die Funktionsfähigkeit des Kapitalmarkts beeinträchtigt.

Für Anleger stellt sich die Frage, ob Directors‘ Dealings als Indikator für relevante Wertveränderung bestimmter Titel taugen, also Kauf- oder Verkaufssignale darstellen können. Nach der Vorschrift von  Paragraph 15a WpHG müssen die Directors‘ Dealings der Bafin innerhalb von fünf Werktagen gemeldet werden. Das bedeutet, dass Anleger durchaus Gelegenheit haben, kurzfristig zu reagieren und eine eigene Anlageentscheidung für den entsprechenden Wert aus einem Directors‘ Dealing abzuleiten.

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