Medizinisches Personal vor der Abreise in die am stärksten vom Coronavirus betroffene Provinz Hubei: Langfristig werden andere Entwicklungen die Märkte beeinflussen, sagt Vermögensverwalter Jürgen Brückner.  | © imago images / Xinhua Foto: imago images / Xinhua

Vermögensverwalter über Trends

Nicht vom Coronavirus schrecken lassen

Jürgen Brückner
Bild: Frankfurter Vermögen

So wie die Märkte aktuell im Bann des Corona-Virus stehen, standen die Märkte letztes Jahr für kurze Zeit im Bann der Rezessionsgefahren der amerikanischen Wirtschaft. Im Nachhinein war die Sorge einer Rezession unbegründet, da die amerikanische Wirtschaft trotz des Handelskriegs in guter Verfassung ist.

Der starke Technologiesektor und die Stärke des Schlüsselmarktes Wohnungsbau sorgen weiter für eine robuste Wirtschaft – ganz unabhängig von der Beeinträchtigung der globalen Lieferketten durch das Corona-Virus. Wesentlicher als der tägliche Blick auf die aktuellen Wirtschaftsdaten ist – insbesondere vor dem Hintergrund des Virus – die Betrachtung der wesentlichen Tendenzen, die die Wirtschaft in Zukunft prägen werden.

Im Kern geht es darum, die Strömungen und Veränderungen in der globalen Gesellschaft, der Wirtschaft und Technologie zu identifizieren. Durch die Analyse der aufkommenden neuen Muster und Innovationskräfte wird auch den Blick auf mögliche neue Anlagemöglichkeiten geschärft. Das amerikanische Software-Unternehmen Epam Systems hat in einem ähnlichen Ansatz die unterschiedlichen Themen in die vier folgenden Veränderungen gruppiert:

  • Neue Spieler
  • Neue Spielfelder
  • Neue Spielregeln
  • Vollkommen neue Spiele

Epam weist darauf hin, dass alle Veränderungen letztendlich in grundlegenden sozialen und kulturellen Verhaltensweisen und Bedürfnissen verankert sind und es sich daher nicht um flüchtige oder oberflächliche Trends handelt. Folgt man dem Ansatz von Epam, so kann man bei den Spielern zum Beispiel eine Ergänzung und Ausdehnung des bisherigen Produktsortiments durch neue Geschäftsfelder beobachten. Beispiele dafür sind:

  • Amazon weitet sein Geschäftsmodell durch den Kauf von Whole Sale Foods in die Lebensmittelbranche aus.
  • Disney geht mit einem eigenem Video-Streaming in Konkurrenz zu Netflix.
  • Das russische Technologie-Unternehmen Yandex bietet neben einer Such-Funktion weitere Dienstleistungen rund um die Digitalisierung wie Fahrdienste, Smart Home Technology, E-Mail und autonomes Fahren an.

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