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Börse in Frankfurt. | © Imago Images / Reiner Zensen Foto: Imago Images / Reiner Zensen

Vermögensverwalter Uwe Eilers

Aktien sind deutlich unterbewertet

Aktien waren zuletzt hoch bewertet und Risikoprämien für viele Hochzinsanleihen waren viel zu niedrig. Eine Korrektur wie wir sie jetzt an den Märkten sehen, war nur eine Frage der Zeit. Mit dem Corona-Virus konnte allerdings niemand wirklich rechnen. Aus dem Grund ist der Preisverfall sowohl an den Aktien- und Anleihemärkten als auch bei vielen Währungen sehr drastisch ausgefallen. Ist das gerechtfertigt?

Fest steht: Eine harte Landung der europäischen und amerikanischen Wirtschaft ist durch die aktuelle Krise unausweichlich. Dabei ist umstritten, wie stark der Einbruch sein wird und wie lange er andauert. Sofern der Shutdown auf Ende April begrenzt werden kann, sollte sich die Weltwirtschaft aus folgenden Gründen relativ zügig erholen:

  • Es ist zwar richtig, dass vielen Unternehmen Einnahmen fehlen, aber andererseits gibt es genauso viele, die das Geld nicht ausgegeben und gespart haben. Das Geld steht also nach Ende der Krise für entsprechende Ausgaben zur Verfügung. 
  • Staaten pumpen rund 3 Billionen Euro in die Volkswirtschaften in Form von direkten Unterstützungsmaßnahmen. Das wird wie ein gigantisches Konjunkturprogramm wirken.
  • Staaten vergeben Kredite und Bürgschaften in Höhe von mehreren Billionen Euro. Auch das sollte die Folgen lindern und neue Investitionen in der Zeit nach der Corona-Krise ankurbeln.
  • Notenbanken stellen erhebliche Beträge zur Verfügung, um weitere Anleihen zu kaufen und damit die Zinsen auf dem historisch niedrigen Niveau zu belassen. Somit können sich Staaten und Unternehmen dauerhaft zu enorm niedrigen Zinsen finanzieren. Damit können enorme Investitionsprogramme durchgeführt werden.

Wenn man davon ausgeht, dass mit den aufgezählten Maßnahmen die Wirtschaft zügig wieder in Gang gebracht werden kann, werden auch die Unternehmensgewinne der folgenden Jahre wieder schnell auf alten Niveau sein. Damit einhergehend sind Aktien auf aktuellen Niveau erheblich unterbewertet.

Investoren müssen weiterhin Geld anlegen und benötigen auskömmliche Renditen. Somit werden sich die Spreads der Unternehmensanleihen im Vergleich zu den sicheren Staatsanleihen wieder deutlich einengen und damit die Kurse steigen lassen. Die in der Not verkauften schwachen Währungen sollten sich ebenfalls erholen, da die Volkswirtschaften die Corona-Epidemie meistern werden.

Fazit: Der Ausverkauf an den Wertpapiermärkten hat Kurse erheblich einbrechen lassen. Das war im Fall vieler Wertpapiere überzogen. Aktien, Unternehmensanleihen und schwache Währungen sind mittel- bis langfristig ein klarer Kauf. Bei der Auswahl sollte man selbstverständlich genau auswerten, welche Länder und Sektoren die größten Chancen bieten.

Uwe Eilers ist Vorstand der Vermögensverwaltung FV Frankfurter Vermögen.

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