Juweliergeschäft in Dubai: Gold ist als Anlagegegenstand kein Foto: imago images / Arabian Eye

Vermögensverwalter Uwe Zimmer

Gold funktioniert in Krisen nicht, Trump erst recht nicht

Katastrophenfälle sind ausgerufen, Hamsterkäufe finden statt, Ausgangssperren sind verhängt, das Reisen ist eingeschränkt, Grenzen sind dicht. Die Krise ist also da. Warum also funktioniert das Lieblings-Krisensicherungsinvestment nicht? Warum geht Gold nicht durch die Decke? Warum fallen Goldminenaktien ins Bodenlose? Weil all die Goldverkaufenden Krisen- und Crashpropheten Unrecht haben.

Uwe Zimmer, Geschäftsführer Fundamental Capital, Hennef
Foto: Gustav Kuhweide

Gold ist kein Krisenschutz. Es ist einfach nur eine Assetklasse, die mal funktioniert und mal eben nicht. Die keine Zinsen trägt und nur Geld bei der Aufbewahrung kostet. Was genau auch soll man jetzt mit Gold anfangen? Essen kaufen? Oder Toilettenpapier? Nicht, dass der Verkäufer sich nicht freuen würde, einen Krügerrand für ein Päckchen Küchenrollen und zehn Brötchen zu bekommen. Aber herausgeben kann er eher nicht. Die derzeitige Pandemie-Krise zeigt: Die Versorgung funktioniert, mit Euros lässt sich bezahlen und selbst mit Dollars kann man noch einkaufen gehen.

Jetzt ist die Frage: Kommt die nächste Finanzkrise mit Creditcrunch und Bankenrun? Wird dann das Gold die einzige funktionierende Währung sein? In den kommenden zwei, drei Wochen werden wir dazu mehr wissen.

Der wirtschaftliche Schaden, der durch die Pandemie-Gegenmaßnahmen ausgelöst wird, ist unfassbar groß. Letztlich werden mehr Menschen Pleite gehen, als am Virus sterben. Unternehmensumsätze und Gewinne werden einbrechen – und mit ihnen die Börsen. Dann allerdings sieht man Kaufkurse.

Vielleicht steigt dann auch das Gold endlich ein bisschen. Aber wirklich Verluste ausgleichen wird man damit nicht können. Wie aber dann die Krise meistern? Mit zusätzlichem Staatsgeld? Donald Trump geht wohl davon aus, dass das funktionieren kann.

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