Uwe Zimmer gründete 1998 die Meridio Vermögens­ver­waltung, die jetzt zur Niiio Finance Group umbenannt wurde.

Uwe Zimmer gründete 1998 die Meridio Vermögens­ver­waltung, die jetzt zur Niiio Finance Group umbenannt wurde.

Vermögensverwalter zum Brexit

„Am Tag nach dem Brexit könnte der Dax 500 Punkte fallen“

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DAS INVESTMENT.com: Ihr Gefühl: Kommt es zum Brexit?

Uwe Zimmer: Nein, ich erwarte, dass die Mehrheit der Briten für den Verbleib in der EU stimmen wird.

Bitte geben Sie eine vorsichtige Einschätzung: Wie stark könnte der Dax im Falle eines Brexits am darauffolgenden Tag absinken?

Zimmer: Meines Erachtens dürfte er um rund 300 bis 500 Punkte nachgeben.

Welche Branchen oder Titel dürften am stärksten betroffen sein?

Zimmer: Am härtesten dürfte es Exportwerte treffen.

Wie sichern Sie Ihre Kundenportfolios gegen einen möglichen Brexit ab?

Zimmer: Wir sichern uns gar nicht ab, weil wir eine relativ hohe Cash-Quote haben.

Politische Börsen haben bekanntlich kurze Beine: Könnte eine scharfe Aktienmarkt-Korrektur nach einem Brexit Ihrer Meinung nach eine gute Einstiegsgelegenheit in den Aktienmarkt bieten?

Zimmer: Theoretisch ja, wobei die Kurse kurz ansteigen und dann kommt die Ernüchterung, weil es ja noch die anderen Probleme gibt: Negativzinsen, kaum Inflation, seit 2008 ein fragiles Finanzsystem, politische Risiken, US-Wahlen, die FED, relativ geringes Wachstum, Stress der Nato mit Russland nach der Krim-Krise, die angespannten Beziehungen Europas zur Türkei aufgrund der Flüchtlingspolitik, Wachstumssorgen in China, IS und Terror an sich sowie die Gefahr von Anschlägen in Europa...

Welche Quellen sind zuverlässiger wenn es um eine Prognose „Brexit, ja oder nein?“ geht – die britischen Buchmacher, die Anfang voriger Woche eine Brexit-Wahrscheinlichkeit von nur 36 Prozent angaben, oder die Meinungsumfragen, die ein Kopf-an-Kopf-Rennen prognostizieren?

Zimmer: Keines von beiden. Wahrscheinlich ist der gesunde Menschenverstand am zuverlässigsten.

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