Größeres Augenmerk gilt jetzt dem Zusammenspiel der vielen Marktrisiken, besonders unter Stress-Szenarien. Ebenfalls ungünstig ist nämlich Hirt zufolge, dass es einen festen Anker oder auch sicheren Hafen im Portfolio einfach nicht mehr gibt. Ehemalige sichere Häfen wie deutsche, britische, schweizerische oder amerikanische Staatsanleihen sind heute dermaßen überteuert, dass sie kaum noch Renditen abwerfen.

Ein weiterer Platzhirsch bei VV-Fonds ist die weltgrößte Fondsgesellschaft Blackrock. Allein ihr BGF Global Allocation ist 10 Milliarden Euro schwer. Das Geld kommt von institutionellen und privaten Anlegern gleichermaßen, stellt Oscar Pulido, Produktspezialist und Portfoliomanager, fest. Anleger, die nicht die Zeit haben, ihr Depot mit Aktien, Renten und Cash selbst auszubalancieren. Oder die es einfach auch nicht gut genug können. Konkrete Namen will Pulido nicht nennen (und darf er wahrscheinlich auch nicht).

Er erkennt bei der nachfragenden Kundschaft aber ein „Verlangen, dem Portfoliomanager maximale Freiräume zu geben, damit er weltweit nach den besten Investmentmöglichkeiten suchen kann“. Dass das nicht nur Vorteile bringt, ist aber auch ihm bewusst. „Multi-Asset- Fonds gehören fast nie zu den Bestperformern über einen bestimmten Zeitraum“, sagt er. Aber das sei auch nicht deren Zweck: „Sie sollen nicht immer alle Anlageklassen outperformen, sondern nur meistens die meisten Anlageklassen.“ Investoren müssten deshalb auch Geduld für solche Produkte mitbringen.

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SEB nutzt die ruhige Hand

Ein großes Ja zum VV-Fonds sagt auch SEB Asset Management. Die schwedische Gesellschaft zog Anfang Oktober ihr Multi- Asset-Team in Stockholm zusammen. Neuer Chef ist Mårten Gabrielsson, seit 2003 in der Firma und seit 2007 im Investmentteam. Gabrielsson zeigt sich als Anhänger von Risikostreuung und betrachtet sie gar als „unser wichtigstes Werkzeug für Risikomanagement“. Für den Fonds nutzt er die ruhige Hand. „Unser strategischer Ausblick reicht immer über mindestens ein Jahr“, sagt der Schwede.

Kurzfristig und damit taktisch seien dagegen Entscheidungen, die das Risikomanagement betrifft. Denn Streuung hin oder her – wenn es hart auf hart kommt, nutzt Gabrielsson Derivate, um Positionen oder Portfolios zu sichern. Probleme gab es nur 2011, als die SEBFonds Verluste erlitten und gegenüber der Konkurrenz an Boden verloren. Das Managementteam war im letzten Quartal 2011 nur schrittweise in Aktien wieder eingestiegen.