Damit verpasste es die Erholung, die die Aktienmärkte nach einem starken Kursrutsch Anfang August bis zum Jahresende durchliefen. Vorsicht als Renditekiller – verrückte Welt. Der Fall zeigt, dass bei VV-Fonds eine neue Form der Risikostreuung nötig wird – jene über verschiedene Managementstile. Denn jeder Manager nutzt ohnehin schon mehrere Anlageklassen zum Streuen. Das muss der Investor also nicht auch noch machen.

Stattdessen sollte er das Risiko ausschalten, dass eine einzelne Strategie in bestimmten Situationen versagt. Und das erreicht er wiederum durch verschiedene Managementstile. Ungünstig wird es nur, wenn sämtliche kombinierten Managementansätze nichts taugen. Und genau diese Gefahr lässt noch viele Investoren vor den Allesin- einem-Produkten zurückschrecken. Sie setzen Kundenportfolios weiter aus puren Bausteinen zusammen.

Etwa aus passiven Markt-Trackern wie ETFs oder aktiv gemanagten Fonds aus einer Nicht-Mischkategorie. Zum Beispiel Jörg Brock. „Mischfonds sind standardisiert, Vermögensverwaltung sollte aber individuell sein“, sagt der Gründer und Inhaber der Frankfurter Beratungsfirma Knowhow 2 Invest. Wenn er ein Vermögen strukturiert, verlegt er sich deshalb auf direkte Anlagen in Aktien, Anleihen und Genussscheine und mischt ETFs bei.

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Andere Vermögensverwalter schätzen manche Produkte durchaus als sinnvolle Beimischung. So auch Alexander Orthgiess. „Grundsätzlich bevorzugen wir Fonds spezialisierter Manager, aus denen wir die Asset Allocation für die von uns betreuten Portfolios selbst zusammenstellen“, sagt das Vorstandsmitglied der Münchener Vermögensverwaltung Döttinger Straubinger.

Findet er jedoch Fondsmanager, die „gekonnt die Klaviatur verschiedener Asset-Klassen spielen“ und so einen Alpha genannten Mehrwert erzeugen, wird es auch für Orthgiess interessant: „Solche Manager setzen wir zusätzlich ein, um die Volatilität in unseren Kundenportfolios zu reduzieren, ohne gleichzeitig Chancen aufgeben zu müssen.“

Immobilien im Fonds? Warum?

„Wir suchen in erster Linie Manager, die ein gutes Gefühl für Aktien-Renten- Gewichtungen haben“, sagt die Mitarbeiterin eines Family Office, die gern anonym bleiben möchte. „Vermögensverwaltende Fonds sind zwar keine Alleskönner, aber eine wunderbare Beimischung.“ Bis zu 20 Prozent liquider Mittel würde sie dort hineingeben. Von den Anbietern schätzt sie unter anderem die Vermögensverwaltung Eyb & Wallwitz mit ihrem Phaidros Balanced, dessen Aktienquote zwischen null und 75 Prozent liegen darf.

Was für sie einen guten VVFonds ausmacht? Unkompliziert muss er sein, Aktien und Renten enthalten, dafür aber keine Immobilien („Die haben in einem Fonds nichts zu suchen“), und er darf seine Bestände höchstens per Derivat absichern. Der maximale Verlust sollte selbst in stürmischen Zeiten 10 Prozent nicht überschreiten. Mit ihrer Zuneigung zum Phaidros Balanced steht sie übrigens nicht allein.