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Stefan Wallrich ist Vorstand beim Frankfurter Vermögensverwalter Wallrich Wolf Asset Management. | © Wallrich Wolf AM

Vermögensverwatler rät „Dividenden sind attraktiver Zinsersatz“

Nach Schätzungen der DZ BANK werden deutsche Aktiengesellschaften in der diesjährigen Hauptversammlungssaison über 50 Milliarden Euro an Dividende ausschütten. Allein den Besitzern der 30 Dax-Konzerne dürften dabei circa 35 Milliarden Euro zukommen. Besonders großzügig – gemessen am aktuellen Aktienpreis – werden sich aus der ersten deutschen Börsenliga Daimler und BMW zeigen. Bei ihnen liegen die Dividendenrenditen auf Basis der erwarteten Ausschüttungen derzeit bei 6,3 beziehungsweise 5,2 Prozent. Auf den weiteren Plätzen folgen die Deutsche Telekom (5,1 Prozent) und BASF (4,9 Prozent) sowie die beiden Versicherungsriesen Allianz und Munich Re mit ebenfalls 4,9 beziehungsweise 4,7 Prozent.

Dividendenzahlungen sind damit ein wichtiger Werttreiber am Aktienmarkt. Sie machen über die vergangenen Jahre hinweg mehr als die Hälfte der Gesamtperformance der im Deutschen Aktienindex enthaltenen Titel aus. Dies lässt sich etwa am Vergleich des Dax Kursindex mit dem Dax Performanceindex, bei dessen Berechnung die sofortige Reinvestition von Dividendenzahlungen unterstellt wird, ablesen.

Entwicklung des Dax mit und ohne Dividenden (10 Jahre)

Jeweils Anfang 1988 mit 1.000 Zählern gestartet, weist der DAX Performanceindex heute 11.494 Punkte auf, während es beim Kursindex aufgrund ausgeschütteter Dividenden nur 5.274 Zähler sind. Quelle: Comdirect

Die Unternehmensanleihen der besagten Gesellschaften bringen es im mittleren Laufzeitenbereich momentan dagegen nur auf jährliche Renditen zwischen 0,2 und 0,8 Prozent. Während sich Gläubiger also mit mickrigen Zinsen abspeisen lassen müssen, können die „Firmenbesitzer“ aus dem Vollen schöpfen. Oder wie André Kostolany es gesagt hat: „Wer gut essen will, kauft Aktien“, wobei das allerdings nicht allein auf die Dividende, sondern auf die Gesamtperformance bezogen war.

Nun darf natürlich nicht übersehen werden, dass die Preise von Aktien sehr viel stärker schwanken als die von Anleihen und dass vermeintlich attraktive Dividendenzahlungen durch Kursverluste schnell überkompensiert werden können.

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