Versicherer als Schockabsorber für Klimarisiken

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Der internationale Klimaspezialist Climate Risk appelliert an Versicherungen weltweit, über die Finanzkrise nicht die Gefahren des Klimawandels zu vergessen. „Es besteht die Gefahr, dass manche Assekuranzen einfach annehmen werden, dass die finanziellen Probleme wichtiger sind, als der Kampf gegen die Risiken des Klimawandels“, sagt Karl Mallon, Direktor bei Climate Risk. „Diese Denkweise ist vergleichbar mit der Herangehensweise, dass wenn einmal ein Hurrikan zugeschlagen hat, kein Grund besteht, sich für den nächsten vorzubereiten.“

Forschungen von Climate Risk zeigten, dass Versicherer begännen, sich aus klimatischen Risikogebieten zurückzuziehen. „Und das während einer Zeit, in der Unternehmen und Hausbesitzer zunehmend allgemeine Versicherungsleistungen benötigen, um mit den wachsenden Einflüssen des Klimawandels umzugehen“, sagt Mallon. Ein Schritt in die falsche Richtung, ist der Klimaexperte überzeugt.

Auch David Smith, Geschäftsführer des Versicherungsunternehmens Zurich Financial Services Australia, das Climate Risk mit den Forschungen beauftragte, stimmte dieser Erkenntnis zu: „Versicherer die mit ihren Kunden, oftmals über Makler, zusammenarbeiten, um ihre Belastbarkeit etwa gegen Überschwemmungen oder extreme Wetterlagen zu verbessern, haben wesentlich besserer Chancen, weniger Eigentumsschäden und versicherte Verluste zu verzeichnen, während sie ihre Prämieneinnahmen erhalten oder sogar erhöhen können.“

Einige Versicherer hätten bereits erste Schritte unternommen, um die Risiken des Klimawandels anzugehen, freut sich Mallon. „Aber die Branche hat noch einen weiten Weg vor sich, bis sie ihre Rolle als gesellschaftlichen Schockabsorber für Klimawandelrisiken erfüllt.“

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