Senior im Golfurlaub Foto: Rainer Sturm / pixelio.de

Studie von KPMG und V.E.R.S. Leipzig Versicherer gehen neue Wege zur Zielgruppe Ruheständler

Ruheständler sind heute aktiver und haben ganz andere Ansprüche an Leben, Lebensqualität und Service als die Generation vor ihnen. Sie reisen, suchen kulinarische und kulturelle Abwechslung oder gehen ausgiebig ihren Hobbys nach. Der Generation 50+ ist daran gelegen, auf allen Ebenen einen angenehmen Lebensabend zu verbringen.

Typ- und situationsgerechte Beratung

Entsprechend sind viele Vorruheständler auf der Suche nach einer ganzheitlichen typ- und situationsgerechten Betreuung und Beratung. Denn gerade im Rahmen der Ruhestandsplanung stehen viele Menschen vor grundlegenden Fragen, die aufgrund von gefühlter Komplexität viel zu oft aufgeschoben werden:

Wie bleibt mein Leben im Alter lebenswert und wieviel Geld brauche ich dafür? Wie regele ich meine Angelegenheiten und brauche ich beipielsweise eine Patientenverfügung? Wie kann ich möglichst lange selbstständig zu Hause leben? Wie kann ich sicherstellen, dass ich in einem Pflegeheim ein für mich annehmbares Leben habe?

Für viele wäre ein kompetenter Berater zu diesen Fragen eine große Hilfe. Doch die Fragestellungen sind sehr vielfältig und es gibt kaum Anlaufstellen, die alle relevanten Aspekte gleichermaßen adressieren.

Wachsende Zielgruppe mit viel Potenzial

Die Zielgruppe 50+ ist bereits heute groß. Durch die alternde Gesellschaft hierzulande wächst sie zudem immer weiter. Der Beratungsbedarf der Zielgruppe reicht dabei von den üblichen Versicherungsprodukten wie Rentenversicherung, Krankenversicherung und Pflegeversicherung über Finanz- und Rechtsberatung bis hin zu Services zum Erhalt der Lebensqualität.

Dazu zählen die Bereiche Gesundheit, Freizeitgestaltung, Mobilität sowie Ambient Assisted Living (AAL) – also die Möglichkeit, mit Hilfe technischer Unterstützung noch lange selbstständig zu Hause zu leben.

Dass hier großes Potenzial schlummert, haben bereits viele Versicherer erkannt. Laut der Studie „Ruhestandsmanagement im Wandel“ von KPMG und V.E.R.S. Leipzig messen 71 Prozent der befragten Versicherer dem Geschäftsfeld Ruhestands-Management eine hohe strategische Bedeutung zu. Zudem wollen 69 Prozent der Befragten kurzfristig in das Geschäftsfeld investieren.

Es fehlen ganzheitliche Beratungsangebote

Allerdings haben Versicherer hier noch einiges zu tun: Zwar sind sie im Bereich der Vorsorge per Rente- und Pflegeversicherung sehr gut aufgestellt, stand heute haben aber lediglich 11 Prozent der befragten Versicherer ein Angebot hinsichtlich einer weiterführenden Ruhestandsberatung etabliert.

Zudem sind die bestehenden Angebote meist eher fragmentierte Beratungsansätze: So existieren beispielsweise erste Beratungskonzepte zu einzelnen Aspekten wie der Gestaltung des Testaments. Für alle Belange des Ruhestands, also für Vorsorge, Rechts- und Finanzberatung sowie Wohlbefinden im Alter, haben die meisten allerdings keine Konzepte: Rundum-Sorglos-Pakete, also holistische Angebote, die es bei dem Thema eigentlich bräuchte, fehlen auf dem Markt bislang.

Infografik: Wenn der Lebensabend keinen Ruhestand bedeutet | Statista Mehr Infografiken finden Sie bei Statista

Dabei wären Versicherer für diese Aufgabe eigentlich prädestiniert: Sie verwalten das Geld, das Menschen für den Ruhestand vorgesehen haben. Und sie kennen ihre Kunden und haben eine persönliche Beratungskompetenz.

Dies ist ein entscheidender Vorteil: Hierzulande kann der gesamte Markt mit persönlichen Ansprechpartnern abgedeckt werden. Eine derartige unmittelbare Beratungsleistung vor Ort können mögliche Wettbewerber wie Online-Portale dagegen nicht erbringen.

Wie bedeutend die Rolle von Versicherern beim Ruhestands-Management heute schon ist, spiegelt sich auch in der Wahrnehmung der von KPMG befragten Unternehmen in der aktuellen Studie wider: Demnach gelten Versicherer beim Thema Ruhestands-Management bereits jetzt als die dominanten Akteure im Markt.

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