Versicherer nutzen nur 20 Prozent des Potenzials von Apps

Für die Analyse hat MyPrivateBanking mehr als 100 Mobile Apps von 30 weltweit führenden Versicherungsgesellschaften verglichen. Gesamtsieger des App-Ranking ist danach die französische Axa Versicherung, die ein gutes App-Portfolio für sämtliche Versicherungssparten anbietet. Die niederländische Aegon Gruppe folgt auf dem zweiten Platz und das britische Unternehmen Aviva belegt den dritten Rang. Die deutschen Anbieter schneiden nur durchschnittlich ab: Die Allianz liegt bei der Bewertung ihres App-Portfolio auf Platz 12 und Ergo auf Platz 18.

Die große Mehrheit der Versicherungen nutzt das Potenzial von Mobile Apps nicht richtig. Die Auto-Versicherer erzielen im Durchschnitt nur 59 Prozent, Krankenversicherer 46 Prozent und Lebensversicherer knapp 55 Prozent der maximal erreichbaren Punkte.

Die größten Defizite

MyPrivateBanking Research ermittelte folgende zentrale Defizite in den App-Strategien der Versicherungsgesellschaften:

  • Nur drei der 30 analysierten Unternehmen decken alle drei analysierten Versicherungssparten ab (Auto-, Kranken- und Lebensversicherung). Auch stehen 90 Prozent aller analysierten Apps nur in einem Land zur Verfügung.
  • Die Mehrheit der Apps bieten keine benutzerfreundlichen Funktionen wie Policen-Erneuerung oder Schadensmeldungen. Nur etwa 50 Prozent der Apps von Kfz-Versicherern erlauben, ein Angebot anzufragen. Bei Kranken- und Lebensversicherern ist die Rate mit knapp 20 Prozentr noch niedriger.
  • 62 Prozent der Versicherungs-Apps sind nur für das iPhone (Apple iOS) zu haben.
„Die Versicherungswirtschaft nutzt nur 20 Prozent des Potenzials von mobilen Apps, um Kunden besser zu bedienen und ihre Marktattraktivität zu steigern", sagt Steffen Binder, Research-Direktor von MyPrivateBanking. „Mit nur wenigen, einfachen Schritten könnten sich Versicherungen mit Mobile Apps aber einen signifikanten Wettbewerbsvorteil verschaffen."

So kann man es besser machen

MyPrivateBanking empfiehlt Versicherungen folgende Strategien:

  • Derzeit dominieren nicht abgestimmte Anwendungen, die nur in wenigen Ländern angeboten werden. Stattdessen ist ein einheitliches Vorgehen erforderlich, um in möglichst vielen Ländern die besten Apps anbieten zu können. Dabei sollten die Apps in Branding, Sicherheit und Komfort in den verschiedenen weltweiten Märkten konsistent sein.
  • Versicherungs-Apps müssen eine klare strategische Ausrichtung haben. Für jede App muss klar sein, wie sie mit anderen Anwendungen und Media-Kanälen integriert ist und wie sie die Bedürfnisse von bestehenden und potenziellen Kunden erfüllen soll.
  • Angebote wie die Unterstützung von Schadensmeldungen, Angebotsanforderungen sowie Produkt-und Unternehmensinformationen sollten Teil jedes App-Portfolios von Versicherern sein.
Weitere Informationen zur Studie gibt es hier.

Mehr zum Thema
Aktion für AmateursportBayerische spendiert 20 Defibrillatoren Verbraucherzentrale NRWRiester-Versicherung kündigen kann teuer werden Bachem, Sharonova, JankelsonInsurtech Coya mit neuem Vorstand