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Versicherer: Solvency II wird zu Fusionen führen

Der Managementberater Accenture hat zwischen Mai und Oktober 29 europäische Branchenvertreter aus dem Segmenten Lebens-, Sach-, Haftpflicht-, Unfall- und Kfz-Versicherung befragt. „Vor dem Hintergrund der näher rückenden Deadline 2012 und der Ausreifung der Riskomanagement-Konzepte, entdecken die Versicherer zunehmend die Herausforderungen der Umsetzung“, sagt Eva Dewor, Geschäftsführerin im Bereich Risikomanagement bei Accenture.

Gut in der Zeit sieht sich die Mehrheit der Versicherer: So gehen 53 Prozent der Unternehmen fest davon aus, die Anforderungen bis zum Stichtag zu erfüllen, knapp ein Drittel (29 Prozent) sieht noch internen Verbesserungsbedarf zur Einhaltung der Fristen und 14 Prozent erwarten, dass sie auch nach 2012 noch Arbeit mit Solvency II haben werden. 4 Prozent der Branchenvertreter sagen schon jetzt, dass sie den gegebenen Zeitrahmen nicht werden halten können.

Schwierig scheint dabei insbesondere der Umgang mit Daten zu sein. 45 Prozent der Versicherer haben Probleme ein System zu finden, das die Qualität und Vollständigkeit der benötigten Informationen gewährleistet. Ebenfalls 45 Prozent graut es vor den Aufsichtsbehörden, genauer vor der Überprüfung der internen Risikomodelle durch die Aufsichtsbehörden und die Arbeit die damit verbunden ist.

Weitere Ergebnisse der Studie:

- 55 Prozent der Versicherer erwarten eine Welle von Fusionen und Übernahmen durch Solvency II.

- Der Wettbewerb um Talente wird sich erhöhen. Dewor: „Schon jetzt ist ein Mangel an Aktuaren und Computer-Experten für das Risikomanagement zu verzeichnen, der wird sich im kommenden Jahr weiter verschärfen.“

- Zwei Drittel der Versicherer erwarten höhere Kapitalanforderungen bei Lebensversicherungen. Im Bereich Sach-, Haftpflicht-, Unfall- und Kfz-Versicherungen liegt der Anteil bei 61 Prozent.

Hintergrund: Solvency II ist ein ehrgeiziges Projekt der Europäischen Union und soll verhindern, dass Versicherer Pleite gehen können. Um das zu erreichen, müssen die Gesellschaften zum Beispiel mehr Eigenkapital vorhalten, je höhere Risiken sie eingehen.

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