GDV-Chef Jörg von Fürstenwerth

GDV-Chef Jörg von Fürstenwerth

Versicherer-Verband zum Plasberg-Skandal

GDV-Chef: Auch Beziehung zu Springer hat uns nicht vor Schlagzeilen bewahrt

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Nach der Kritik an der Zusammenarbeit zwischen Frank Plasbergs Firma Ansager & Schnipselmann und dem Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) haben beide Parteien ihre Zusammenarbeit beendet. „Wir haben uns einen dicken Schnitzer erlaubt, der uns mächtig auf die Füße gefallen ist“, kommentierte der „Hart aber fair“-Moderator Plasberg die jüngsten Schlagzeilen. Nun kommt auch der GDV zu Wort.

„Das geplante Branchentreffen im November findet natürlich statt – auch wenn die Produktionsfirma von Moderator Frank Plasberg den GDV dabei nicht mehr unterstützen wird“, erklärt GDV-Chef Jörg von Fürstenwerth. Bei dem Skandal, der zur Beendigung der Zusammenarbeit führte, handelt es sich für Fürstenwerth um einen ärgerlichen Signatur-Fehler – nicht mehr und nicht weniger.

Den Vorwurf eines Interessenkonflikts kann der GDV-Chef absolut nicht nachvollziehen. Er spielt den Ball an die Bild am Sonntag zurück. Schließlich arbeite der Verband mit dem Axel Springer Verlag bei der Erstellung des Magazins „Positionen“ zusammen. Vor Negativschlagzeilen habe diese Kooperation den Verband aber nicht bewahrt. Ganz im Gegenteil: Die vom Springer-Verlag herausgegebene Zeitung war die erste, die den Signatur-Fehler anprangerte. GDV erwartet "ein exzellentes Produkt, aber keine Sonderbehandlung"

Und das sei auch gut so, meint von Fürstenwerth. Der GDV erwarte von der Zusammenarbeit mit Springer „ein exzellentes Produkt für unsere Verbandskommunikation – aber deswegen natürlich keine Sonderbehandlung in der Berichterstattung der klassischen Medien dieses Hauses“.

„Ebenso sind wir bei der Vorbereitung für unseren Versicherungstag vorgegangen, auf dem wir eine möglichst kontroverse, kritische und spannende Diskussion über das Thema Digitalisierung führen und filmisch festhalten möchten“, so der GDV-Chef weiter. Man habe nach einem professionellen Anbieter gesucht, der diese Anforderungen erfüllen kann. Öffentlich rechtliche Sender, die neben privaten Anbietern solche  Dienstleistungen vermarkten, hätten „große Erfahrung und selbstverständlich auch ein Renommee“. Daher habe man sich für Plasbergs Firma entschieden.

„Ich kann Ihnen versichern, dass wir in den Gesprächen mit der Produktionsfirma Ansager & Schnipselmann nicht auf der Suche nach Löchern in Chinese Walls [zwischen redaktionellen und kommerziellen Angeboten] waren, sondern lediglich nach einem professionellen TV- und Moderationspartner“, beteuert von Fürstenwerth. „Wir waren und sind hier hoch sensibilisiert“.

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