Focus-Business hat in Zusammenarbeit mit dem Research-Unternehmen Factfield rund 4.000 mittelständische Unternehmen als „Top-Arbeitgeber Mittelstand 2025“ ausgezeichnet. Die Erhebung erfasst Unternehmen aus 40 Branchen, darunter auch die Versicherungswirtschaft.

Methodik der Erhebung

Für die Studie wurden rund 200.000 Unternehmen in Deutschland mit mindestens elf Beschäftigten per E-Mail kontaktiert und gebeten, einen Link zur Online-Befragung an ihre Mitarbeiter weiterzuleiten. Beschäftigte konnten ihre Arbeitgeber hinsichtlich Arbeitsbedingungen, Unternehmenskultur, Gehalt und Karrieremöglichkeiten bewerten sowie Angaben zu angebotenen Benefits machen.

Zusätzlich zur direkten Befragung warb Factfield über Printanzeigen sowie auf Facebook, Instagram und Linkedin für die Teilnahme. Ergänzt wurden die Daten durch bereits vorhandene Online-Bewertungen von Plattformen wie Google, Stepstone, Indeed und Glassdoor (Stichtag: März 2025).

Auswahlkriterien

In die Auswertung kamen ausschließlich mittelständische Unternehmen mit 11 bis 500 Mitarbeitern, mindestens einem Standort in Deutschland, mindestens zehn Bewertungen aus allen Datenquellen und einem Durchschnittswert von mindestens 3,5 von 5 möglichen Punkten.

Um Unternehmen unterschiedlicher Größe vergleichbar zu machen, wurden sie in drei Größenklassen eingeteilt: 11 bis 50 Mitarbeitende, 51 bis 200 Mitarbeitende und 201 bis 500 Mitarbeitende. Die Gesamtpunktzahl jedes Arbeitgebers setzte sich aus zwei Faktoren zusammen: der Anzahl der eingegangenen Bewertungen und dem Durchschnittswert dieser Bewertungen.

Innerhalb jeder Größenklasse erhielten Unternehmen zwischen 100 und 200 Punkten, abhängig davon, wie nah sie an den jeweiligen Maximalwerten ihrer Klasse lagen. Die 4.000 Arbeitgeber mit den höchsten Gesamtpunktwerten über alle drei Größenklassen hinweg erhielten die Empfehlung.

Die vollständige Liste kann auf der Website von Focus-Business nach Branchen, Bundesländern, Regionen und Größenklassen gefiltert werden.

Die Top 10 der Versicherungsbranche

Unter den Top-Arbeitgebern der Versicherungsbranche im Mittelstand belegt die Sparkassen Direktversicherung mit 175,50 von 200 möglichen Punkten den ersten Platz. Es folgen der Versicherungsmakler Hoesch & Partner (173,9 Punkte) und Control Expert (172,5 Punkte), ein IT-Dienstleister für Kfz-Schadenmanagement.

Auf den weiteren Plätzen in der Top-10 landen der auf Krankenversicherungen spezialisierte Versicherungsmakler Vericon (171,3 Punkte), das Insurtech Alecto/Friendsurance (170,4 Punkte), der auf Kaution- und Kreditversicherung spezialisierte Versicherungsmakler SHL (166,2 Punkte), die Mehrfachagentur für Versicherungen und Finanzdienstleistungen Schreiner (164,4 Punkte), die Policen Direkt Versicherungsvermittlung (154,7 Punkte), die DFV Deutsche Familienversicherung (152,4 Punkte) und der Spezialmakler für Immobilien-Schadenmanagement Ease (152,3 Punkte).

Die Mittelstands-Erhebung ergänzt die Focus-Business-Studie zu Großunternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern. Dort schafften es mit Zurich (Platz 8 gesamt) und der SV Sparkassenversicherung (Platz 10 gesamt) zwei Versicherungsunternehmen unter die zehn besten Arbeitgeber Deutschlands. Im Großunternehmen-Ranking der Versicherungsbranche belegten Zurich, SV Sparkassenversicherung und Swiss Life die ersten drei Plätze.

Vergleich mit Studien von Servicevalue und Top Employers Institute

Auch das Marktforschungsunternehmen Servicevalue veröffentlichte 2025 mehrere Arbeitgeber-Analysen mit unterschiedlichen Methoden, Schwerpunkten und Ergebnissen. In der Februar-Studie „Top Employer for Talent Growth 2025“ führte die Allianz das Versicherer-Ranking an. Die Untersuchung bewertete Karrieremöglichkeiten, individuelle Entwicklung, Arbeitgeberqualität, Einstiegschancen und Vergütung, wobei „Karriere“ und „Individualität“ mit jeweils 35 Prozent besonders stark gewichtet wurden.

Im Herbst 2025 folgte die Studie „Top Karrierechancen 2025“, die mittels KI-gestütztem Webmonitoring die Themen Karriere, Unternehmenskultur und Arbeitsklima analysierte. Dort führte die Provinzial mit 100 Punkten, während die Allianz nur auf Platz zwölf landete.

Im Juli 2025 untersuchte Servicevalue in Kooperation mit dem F.A.Z. Institut, welche Unternehmen in der öffentlichen Wahrnehmung als besonders begehrte Arbeitgeber gelten. Die Erhebung basierte auf einem mehrstufigen Webmonitoring-Verfahren, bei dem zwischen Juli 2023 und Juni 2025 mehrere hundert Millionen öffentliche deutsche Internetquellen analysiert wurden. Besonders stark gewichtet wurde die „Arbeitgeber-Performance“ mit 50 Prozent.

Das Top Employers Institute zeichnete im Januar 2025 zehn deutsche Versicherer mit dem Titel „Top Employer“ aus: DVAG-Servicegesellschaft Atlas, die Bayerische, Deutsche Leasing, Ergo Gruppe, Gothaer, Helvetia Versicherungen, Nürnberger Versicherung, R+V Allgemeine Versicherung, VHV Gruppe und W&W-Gruppe. Da es sich um ein kostenpflichtiges Zertifizierungsverfahren handelt, erfolgt die Nennung in alphabetischer Reihenfolge und nicht als Ranking.

Kununu kürt Versicherungsmakler 

Auch das Arbeitgeber-Bewertungsportal Kununu veröffentlichte 2025 in Zusammenarbeit mit der Zeit-Verlagsgruppe das Ranking „Most Wanted Employer 2025“. Dabei zeigte sich, dass Versicherungsmakler in Sachen Mitarbeiterzufriedenheit problemlos mit großen Versicherungskonzernen mithalten können. Als bester Arbeitgeber der Versicherungsbranche wurde die Büchnerbarella Holding ausgezeichnet – ein Gewerbe- und Industriemakler mit einem Ranking-Score von 4,69. Im Gegensatz zum Vorjahr schaffte es 2025 kein Versicherungsunternehmen unter die ersten 15 Plätze des Gesamtrankings.

Im Kununu-Zufriedenheitsatlas 2025 landete die Versicherungsbranche auf dem vierten Platz der attraktivsten Arbeitgeber Deutschlands. Ein wesentlicher Grund ist die überdurchschnittliche Entlohnung: Laut Kununu-Gehaltscheck 2025 führen Beschäftigte der Versicherungsbranche das deutsche Gehaltsranking mit durchschnittlich 61.724 Euro brutto jährlich an – rund 11.000 Euro mehr als das bundesdeutsche Durchschnittsgehalt von 50.239 Euro. 

Gemeinsamkeiten und Unterschiede

Die verschiedenen Studien kommen zu stark unterschiedlichen Ergebnissen, was vor allem an den unterschiedlichen Erhebungsmethoden liegt. Während Focus-Business und Factfield auf eine Kombination aus direkter Mitarbeiterbefragung und Online-Bewertungen setzen, verwendet Servicevalue je nach Studie entweder Bevölkerungsumfragen oder automatisiertes Webmonitoring. Kununu stützt sich ausschließlich auf Mitarbeiterbewertungen auf der eigenen Online-Plattform, während das Top Employers Institute auf ein kostenpflichtiges Zertifizierungsverfahren setzt, bei dem sich Unternehmen aktiv bewerben müssen.