Versicherung: Was ändert sich 2012
Steigendes Rentenalter und Steuergeschenke
Mit dem Jahresbeginn 2012 müssen ab 1947 geborene Deutsche länger arbeiten. Das Renteneintrittsalter steigt monatsweise von 65 auf 67 Jahre an. Wer 1948 geboren wurde, muss jetzt 65 Jahre und zwei Monate arbeiten, für 1964 und später geborene ist erst mit 67 Jahren Feierabend.
Auch auf Altersvorsorgeprodukte hat das Auswirkungen. Das früheste Alter, ab dem etwa eine Rürup- oder Riester-Rente ausgezahlt werden darf, steigt 2012 von 60 auf 62 Jahre. Das Gleiche gilt auch für die betriebliche Altersvorsorge. Für Produkte mit Kapitalauszahlung hat die neue Altersgrenze ebenfalls Konsequenzen.
Aktuell profitiert jeder von Steuergeschenken, der eine private Lebensversicherung zwölf Jahre durchhält und sie sich nicht vor dem vollendeten 60. Lebensjahr auszahlen lässt. So muss nur die Hälfte der Erträge versteuert werden, die andere Hälfte bleibt steuerfrei. Das ist bei Verträgen, die ab 2012 abgeschlossen werden, nicht mehr so. Erst ab dem 62. Lebensjahr gilt die Steuervergünstigung.
Kostendruck in der PKV
In der privaten Krankenversicherung (PKV) ist im kommenden Jahr einiges los. Zum einen steigt die Versicherungspflichtgrenze an. Sie legt das Einkommen fest, ab dem gesetzlich Versicherte in die PKV wechseln dürfen. 2011 lag die Schwelle noch bei 49.500 Euro Jahreseinkommen, 2012 sind es 50.850 Euro.
Das grenzt den Radius an potenziellen Privatversicherten ein. Zudem belastet das anhaltend niedrige Zinsniveau auch die PKV-Anbieter, da sie die Altersrückstellungen für ihre Kunden am Kapitalmarkt anlegen. Der Garantiezins für die Branche liegt bei 3,5 Prozent. Auch er könnte 2012 sinken.
Das würde bedeuten, dass die Beiträge der Kunden neu berechnet werden müssten. Denn der bisher zurückgelegte Betrag wäre zu niedrig. Kostenbelastungen drohen aber auch von anderer Seite: den Zahnärzten. Sie bekommen 2012 eine neue Gebührenordnung – und die kommt bei den Krankenversicherern nicht gut an.
„Durch die Novelle werden alle Patienten deutlich höher belastet. Die Kosten werden voraussichtlich um 14 bis 20 Prozent steigen“, sagt Volker Leienbach, Direktor des PKV-Verbands. Er sieht zudem beim Honorarvolumen für die Zahnärzte keinen Nachholbedarf: „Die Ausgaben der PKV für Zahnmedizin sind in den vergangenen zehn Jahren um 36 Prozent gestiegen.“
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