Die Gehaltslücke zwischen Männern und Frauen in der Versicherungsbranche vergrößert sich drastisch mit wachsender Berufserfahrung und Führungsverantwortung. Das zeigt eine umfassende Gehaltsanalyse, die das Karriereportal Kununu exklusiv für DAS INVESTMENT erstellt hat.
Versicherungsbranche Spitzenreiter beim Gender Pay Gap
Die Versicherungsbranche gehört zu den Wirtschaftszweigen mit der größten Gehaltslücke zwischen Männern und Frauen. Das Statistische Bundesamt ermittelte bereits einen unbereinigten Gender Pay Gap von 26 Prozent in der gesamten Finanz- und Versicherungsbranche – 10 Prozentpunkte über dem bundesweiten Durchschnitt von 16 Prozent.
Auch Kununu bestätigte diese Einschätzung: In einer Analyse der Topverdiener-Branchen landeten Versicherer und Finanzdienstleister auf dem unrühmlichen ersten Platz beim Gender Pay Gap mit knapp 26 Prozent. Im Jahr davor standen Frauen noch schlechter da: 2023 verdienten sie fast ein Drittel (31 Prozent) weniger als Männer.
Strukturelle Faktoren verstärken Ungleichheit
Die dramatischen Unterschiede lassen sich durch verschiedene strukturelle Faktoren erklären: Frauen wechseln häufiger nach der Geburt des ersten Kindes in Teilzeitbeschäftigung, was oft mit geringeren Stundenlöhnen und weniger Aufstiegschancen verbunden ist. Zudem erreichen Männer häufiger besser bezahlte Führungspositionen.
Leistungsabhängige Boni und variable Vergütungsmodelle, die in höheren Positionen üblicher sind, verstärken die Lohnungleichheit zusätzlich. Das zeigt sich besonders deutlich bei den Führungskräften.
Datenbasis der Analyse
Die Analyse basiert auf insgesamt rund 40.000 Gehaltsangaben aus der Versicherungsbranche. Für die Führungsebene flossen 1.734 Angaben von Frauen und 3.830 von Männern in die Auswertung ein. Bei den Beschäftigten ohne Führungsverantwortung wurden 15.399 Angaben von Frauen und 17.867 von Männern berücksichtigt. In die Analyse der Gehälter nach Berufserfahrung flossen insgesamt 17.811 Angaben von Frauen und 18.535 von Männern ein.
Allerdings werden bei Kununu-Auswertungen lediglich die Gehaltsangaben berücksichtigt, die die Nutzer freiwillig in der Datenbank machen. Daher können die Ergebnisse leicht von den tatsächlich gezahlten Gehältern abweichen.
Wie stark die Lohnungleichheit im Karriereverlauf und mit steigender Berufserfahrung wächst, erfahren Sie auf den folgenden Seiten.



