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Versicherungslösungen für Expatriates: „Falsche Beratung kann dramatische Folgen haben“

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Opitz: Da hat sich insbesondere in den letzten fünf bis zehn Jahren viel getan. Die deutsche Versicherungswirtschaft hat etwa das Thema Auslandskrankenversicherung im Zuge der Einbindung in die europäische Harmonisierung massiv entdeckt. Die Lösungen werden immer besser. Wer aber leider nicht mitzieht, ist der Gesetzgeber, denn viele der bestehenden Regularien sind nicht miteinander kompatibel. Wenn jemand im Ausland arbeitet, fällt es ihm nach wie vor schwer, als Versicherungsnehmer aufzutreten, weil dazu ein Bankkonto und ein Wohnsitz in Deutschland verlangt wird. Der Wohnsitz kann aber begründen, dass man auch in Deutschland steuerpflichtig bleibt, was meist die schlechtere Lösung darstellt. Es ist absurd, einen Expatriate zu zwingen, einen deutschen Wohnsitz und ein Bankkonto zu unterhalten. Bisweilen sorgt auch schon die Benennung der Produkte für Verwirrung.

DAS INVESTMENT.com: Wie meinen Sie das?

Opitz: Beim Umgang mit Krankenversicherungen. Die Branche verkauft Menschen, die ins Ausland gehen und gar nicht wissen, ob und wann sie wiederkommen, sogenannte Reisekrankenversicherungen. Die sind natürlich falsch betitelt. Ich zum Beispiel wohne in Dubai und habe formell eine Langzeit-Reisekrankenversicherung. Das liegt daran, dass die Krankenversicherung in Deutschland eine eigene Sparte ist, die nach Art der Lebensversicherung gemanagt wird. Die sogenannten Auslandskrankenversicherungen hingegen haben einen anderen Status und werden eher als Sachversicherungen betrachtet und werden aus Maklersicht auch so gerechnet. In anderen Ländern, etwa in Großbritannien, ist die Assekuranz generell viel stärker auf Internationalität ausgerichtet.

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: Wäre denn das britische Modell zur Übernahme geeignet?

Opitz: Nein, nicht wirklich, denn dort gibt es andere Probleme. Wenn Sie dort privat krankenversichert sind, sind sie anders als In Deutschland eben nicht für den Rest ihres Lebens versichert. In der Regel gibt es dort lediglich Ein-Jahres-Verträge, bei erhöhtem Risiko können Sie schnell ihren Versicherungsschutz verlieren. Die EU hat im Zuge der Harmonisierung zwar einiges angestoßen, etwa Unisex-Tarife. Aber in unserem speziellen Bereich gibt es nach wie vor viel Regulierungsbedarf. Daran arbeiten wir. Von Dubai aus, wo wir eine Präsenz unterhalten, gestalten wir Produkte, die die Vorteile der angelsächsischen mit denen der kontinentaleuropäischen Versicherungslösungen kombinieren. Wir möchten die Sicherheit der kontinentalen mit der Flexibilität der angelsächsischen Lösungen verbinden und ein neuartiges, global anwendbares Krankenversicherungsprodukt schaffen. Das dauert seine Zeit, denn es ist unglaublich schwer, die Assekuranz aus den ausgetretenen Pfaden der Vergangenheit herauszuführen.


Zum Unternehmen: Keimzelle der BDAE Gruppe ist der Bund der Auslands-Erwerbstätigen (BDAE) e.V. Als eingetragener Verein ist er von Andreas Opitz im Jahr 1995 mit dem Ziel gegründet worden, Unternehmen, deren Mitarbeiter und auch Privatpersonen beim Planen und Umsetzen von Auslandsaufenthalten zu unterstützen. Der Verein informiert zudem über die politischen, sozialen und kulturellen Bedingungen, die ein Auslandsaufenthalt mit sich bringt. Die Kernkompetenz der Unternehmensgruppe besteht jedoch in der Entwicklung und dem Vertrieb von langfristigen Auslandsversicherungen für Expatriates und Auswanderer. Rund 18.000 Personen dieser Zielgruppe sind derzeit über BDAE-Produkte versichert. Aktuell etwa 800 angebundene Makler und Berater sorgen dafür, die Versicherungslösungen an auslandsaffine Menschen zu bringen.
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