Allein MLP betreut aktuell mehr als 120.000 Mediziner. Ein typischer Türöffner zu diesen Kunden sind der Aufbau oder die Übernahme einer der rund 72.000 Arztpraxen in Deutschland. Das bestätigt auch Robert Krüger Kassissa, Versicherungsmakler im Team der Beratung für Mediziner (BFM) Berlin. Weil seine Kundschaft oft mit völlig unterschiedlichen Finanzfragen zu ihm komme, empfiehlt er Berufskollegen in ähnlicher Situation den Aufbau eines Netzwerks aus Spezialisten. Neben Steuerberatern und Fachanwälten für Medizin- und Arzthaftungsrecht vermittelt er den Kontakt zu Immobilienverwaltern und -maklern sowie Anbietern von Praxis- und Abrechnungs-Software.

Für Ärzte und Zahnärzte ebenso wichtig ist die Auswahl der gesetzlich vorgeschriebenen Berufshaftpflichtversicherung. Nach den drei beliebtesten Anbietern entsprechender Produkte fragte die Versicherungsmakler-Genossenschaft Vema jetzt ihre mehr als 3.100 mittelständischen Maklerbetriebe mit etwa 21.000 Mitarbeitern. Sie sollten die Qualität der Produkte, der Antragsbearbeitung und der Policierung bewerten. Zudem ging es um die Erfahrungen, die Makler im Leistungsfall ihrer Kunden gesammelt haben. Die für das Neugeschäft wichtigsten Anbieter in dieser Sparte sind demnach HDI mit 20,7 Prozent der Nennungen, gefolgt von Alte Leipziger (18,9) und Axa (12,1).

Auf ein vergleichsweise neuartiges Absicherungsthema für Heilberufe deutet der Ende 2019 bekannt gewordene Fall eines Datenlecks in einer Celler Gemeinschaftspraxis: Wochenlang waren 30.000 Patientenakten frei im Internet zugänglich. Dass es sich bei dieser eklatanten IT-Panne um keinen Einzelfall handeln dürfte, zeigt eine aktuelle Analyse des Hamburger Beratungshauses PPI. Die Tester suchten im Darknet nach entwendeten Zugangsdaten von Apotheken, Kliniken und Arztpraxen in Deutschland. In jedem achten Fall wurden sie bei Cyber-Kriminellen fündig, die ihnen erspähte E-Mail- und Passwort-Kombinationen zum Kauf anboten.

Angesichts des allgemeinen Trends zur Digitalisierung in der Medizin müssen die Betreiber der Datenbanken mit hochsensiblen Gesundheitsangaben also dringend aufrüsten. Als Helfer hierbei präsentieren sich die Anbieter von Cyber-Policen, die nicht nur passiv die versicherten Schäden tragen. Stattdessen werden sie aktiv und schulen das Personal ihrer Gewerbekunden in Sachen Prävention und Datenschutz. Unter den Anbietern in dieser jungen, aber sehr wachstumsstarken Sparte sehen die Vema-Partner den US-Versicherer Markel mit 21,7 Prozent der Nennungen ganz vorn. Mit Abstand folgen Cogitanda (16,5) und Hiscox (15,5).