Versicherungsmakler per Handy

Die nächste App will Herrn Kaiser in Rente schicken

Versicherungsverträge über das Smartphone managen, Schadensmeldungen abgeben und bei Bedarf mit einem Berater sprechen - die Versicherungs-App Knip übernimmt die Aufgaben des Versicherungsmaklers. Das Tool wurde vom gleichnamigen Schweizer Start-Up-Unternehmen entwickelt und nun nach Deutschland gebracht. Die Funktionsweise ist einfach: Der Kunde gibt seine Daten ein und erteilt Knip mit seiner digitalen Unterschrift den Maklerauftrag. Anschließend fordert Knip die Vertragsdaten vom Versicherer an. Nach der Datenübermittlung kann der Nutzer per Smartphone-App auf alle Versicherungsdokumente zugreifen und bekommt einen Überblick über Laufzeiten, Leistungen und Kontakte zum Versicherer. 5.000 Kunden, 20 Millionen Schweizer Franken Prämien Doch das ist noch nicht alles. Darüber hinaus planen die App-Entwickler eine Funktion, die dem Kunden Lücken in seiner Absicherung aufzeigen und einen besseren Versicherungsschutz vorschlagen soll. Außerdem soll die App den Kunden informieren, wenn eine Police mit den gleichen Leistungen günstiger zu haben ist. „Wir haben insgesamt fast 5.000 Kunden, die Prämieneinnahmen im Jahr von 20 Millionen Franken generieren", zitiert das Handelsblatt Knip-Mitbegründer Dennis Just. Der Kundenstamm wachse „um eine vierstellige Zahl im Monat“. Bis Ende des Jahres will Knip seine Belegschaft von derzeit 55 auf 100 Mitarbeiter aufstocken. Versicherungs-Chefs fürchten digitale Konkurrenz Neu ist die Idee nicht. Anfang des Jahres brachten Marius Blaesing und Christian Wiens mit finanzieller Unterstützung von Rocket Internet eine ähnliche App auf den deutschen Markt. Getsafe heißt das Tool, das nach dem gleichen Prinzip wie Knip funktioniert. Der Name sei Programm, urteilte das Computerbild in seiner Online-Ausgabe Ende Februar. Das Portal bescheinigte der Anwendung ein großes Sparpotenzial. Werden Anwendungen wie Knip und Safe auf lange Sicht Versicherungsvertreter à la "Herr Kaiser" in Rente schicken? Laut Top-Managern von Versicherungsunternehmen kein so unwahrscheinliches Szenario. Laut einer Studie der Beratungsgesellschaft PwC fürchten 70 Prozent der befragten Versicherer-Chefs die Konkurrenz durch den technischen Fortschritts. Keine andere Branche würde die digitale Revolution so stark als Gefahr empfinden, so PwC.

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