Der Vermittlermarkt hat sich zum Jahresauftakt 2026 personell leicht stabilisiert. Doch der strukturelle Rückgang, der seit mehr als einer Dekade anhält, ist damit nicht gebrochen. Vom historischen Höchststand im Januar 2011 mit 263.452 Einträgen hat sich der Markt inzwischen weit entfernt: Der Rückgang über rund 15 Jahre beläuft sich auf rund 84.500 Einträge oder etwa 32 Prozent.

Gesamtmarkt: Quartal positiv, Jahr negativ

Aktuell zählt das Vermittlerregister der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK) zum Stichtag 1. April 2026 insgesamt 178.910 eingetragene Versicherungsvermittler und -berater nach Paragraf 34d Gewerbeordnung. Dabei handelt es sich um natürliche und juristische Personen. Gegenüber dem Jahresende 2025 ist das ein kleines Plus von 119 oder 0,07 Prozent – im Jahresvergleich aber weiter ein Minus von 1.974 beziehungsweise 1,1 Prozent. Zum 1. April 2025 waren noch 180.884 Personen registriert.

Versicherungsmakler und Mehrfachagenten: Leichtes Wachstum setzt sich fort

Einen positiven Trend zeigt jedoch weiterhin die Gruppe der Versicherungsmakler. Ihre Zahl stieg von 46.546 (1. April 2025) auf nun 47.027 – ein Plus von 481 Betrieben oder rund einem Prozent. Im Quartalsvergleich erhöhte sich der Maklerbestand um 76 Einträge. Dieser Aufwärtstrend setzt sich damit bereits über mehrere Jahre fort.

Auch bei den gebundenen Versicherungsvertretern mit Erlaubnis, den Mehrfachagenten, gibt es im Quartalsvergleich einen Zuwachs von 95 Einträgen auf 27.247. Im Vergleich zum Vorjahreswert (27.230) ist das Plus mit 17 allerdings nur marginal. Leichte Quartalsgewinne im Vergleich zum 1. Januar 2026 verzeichneten auch produktakzessorische Vertreter mit Erlaubnisbefreiung (+81 auf 5.543), Makler mit Erlaubnisbefreiung (+6 auf 594) sowie Versicherungsberater (+6 auf 337).

AO-Vertrieb: Deutlich geringerer Rückgang 

Der sogenannte Ausschließlichkeitsvertrieb – die erlaubnisfreien gebundenen Vertreter – bleibt mit Abstand die größte Gruppe im Register. Ihre Zahl sank zum Stichtag auf 98.162, ein Minus von 2.842 im Jahresvergleich oder 2,8 Prozent.

Im Quartalsvergleich zeigt sich: Auch zwischen Januar und April 2026 sanken die Registrierungen – mit 145 weniger Einträgen hat sich der Abwärtstrend allerdings deutlich verlangsamt. Im vierten Quartal 2025 betrug der vierteljährige Rückgang laut DIHK-Register noch 866. Ob diese Entwicklung nur eine Momentaufnahme oder eine mögliche Trendwende ist, bleibt abzuwarten.