Versicherungsvertrieb Online-Kunden fühlten sich oft schlecht beraten

Achim Berg, Bitkom

Der Wunsch nach Beratung entscheidet darüber, ob ein Kunde seine Versicherung online oder bei einem klassischen Vermittler abschließt. Letzteres wollen manche Verbraucher auch bewusst vermeiden, weil sie in der Vergangenheit schlechte Erfahrungen gemacht haben: Vermittler wollten ihnen im persönlichen Gespräch Policen verkaufen, die sie nicht brauchten oder zu teuer waren. Das sagen zumindest 43 Prozent der rund 1.000 erwachsenen Teilnehmer einer telefonischen Umfrage im Auftrag des deutschen Digitalverbands Bitkom.

Demnach schätzen diejenigen Umfrageteilnehmer, die bisher noch keine Versicherung im Internet abgeschlossen haben, dass sie von ihrem Vermittler ausführlich beraten werden und ihm Fragen stellen wollen (53 Prozent). „Am Berater scheiden sich in Versicherungsfragen die Geister. Die einen suchen ihn, die anderen flüchten vor ihm – und nehmen deshalb digitale Angebote wahr“, sagt Bitkom-Präsident Achim Berg. „Die Erfahrungen der Corona-Krise werden sicherlich auch der Video-Beratung für alle Altersgruppen zusätzlichen Schub geben und die Beratung in Versicherungsfragen weiter digitalisieren.“

Was für Online-Versicherungen spricht

Weitere Gründe für Online-Abschlüsse sind nach Ansicht jener Versicherten, die bereits solche Angebote genutzt haben, dass sie Angebote besser vergleichen (27 Prozent) und Versicherungsangelegenheiten außerhalb der üblichen Öffnungszeiten erledigen können (26). Jeder Vierte fühlt sich weniger unter Druck gesetzt und insgesamt besser informiert (23 Prozent). Für ebenso viele sprechen auch der geringere Zeitaufwand, preiswertere Angebote (22 Prozent) und ein unkomplizierter Abschluss (18) für den Online-Weg. Nur 9 Prozent brauchen gar keine Hilfe oder Information und sagen, dass sie bereits informiert sind und nur schnell abschließen wollen.

Ergebnisse der aktuellen Umfrage zu Gründen für und gegen Online-Abschlüsse von Versicherungen: Wer online Versicherungen abschließt, fühlt sich von Vermittlern oft schlecht beraten. Sorgen um den Datenschutz sprechen andererseits gegen digitalen Versicherungsvertrieb. >Vergrößern! Grafik: Bitkom Research

Was von Online-Abschlüssen abhält

Wer bislang noch keine Online-Versicherung abgeschlossen hat, befürchtet in vielen Fällen, dass seine Daten in falsche Hände geraten könnten. Das antworteten 43 Prozent der telefonisch befragten Umfrageteilnehmer im Alter von mindestens 18 Jahren. Jedem Dritten erscheint der Online-Abschluss zu zeitaufwändig oder er fürchtet Cyberkriminelle und Hacker (32 Prozent), berichten die Studienautoren von Bitkom Research. Daneben haben 24 Prozent der klassisch abschließenden Versicherten gute Erfahrungen mit Vermittlern gemacht und 19 Prozent halten die im persönlichen Gespräch gemachten Angebote für günstiger als Online-Angebote.

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