Lehrerin in Sao Paulo demonstriert dafür, wieder unterrichten zu dürfen: Covid-19 hat Bildungsinitiativen weltweit zurückgeworfen. Foto: imago images / TheNews2 / Leco Viana

Versperrter Weg zur Bildung

So behindert Covid-19 die UN-Nachhaltigkeitsziele

Nach monatelangen Schließungen öffnen nun Schulen und Universitäten auf der ganzen Welt wieder. Die Folgen des Lockdowns sind allerdings heftig – insbesondere für die 500 Millionen Schüler und Studentinnen, für die Konzepte wie Homeschooling oder computergestütztes Lernen unerreichbar sind. Schon jetzt warnen die Vereinten Nationen, dieser Rückschlag könne die jahrelangen Fortschritte beim Zugang zu Bildung zunichtemachen – Fortschritte, die durch die UN-Ziele für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals oder SDGs) unterstützt werden.

Der jüngste Bericht der UN zeigt, dass es schon vor Ausbruch der Pandemie unsicher war, ob alle 17 Ziele bis zum Stichtag 2030 erreicht werden können. Die Krise hat die Situation noch weiter verschärft und wieder einmal sind die Ärmsten und Schwächsten der Welt am stärksten betroffen.

Bildung: Jetzt müssen alle Beteiligten ihre Anstrengungen verstärken

Bei der Bewältigung dieser globalen Herausforderungen haben alle eine Rolle zu spielen: Regierungen, Nichtregierungsorganisationen und auch der private Sektor. Einige Teilziele eignen sich besser für private Investitionen als andere, während manche eher in die Verantwortung des öffentlichen Sektors fallen. Und viele können von beiden gleichermaßen unterstützt werden.

So wie die Erreichung von qualitativ hochwertiger Bildung für alle Menschen, festgeschrieben im vierten SDG. Im Jahr 2019 waren 22 Prozent der Jugendlichen weltweit weder erwerbstätig noch in einer Schule oder Ausbildung. In den vergangenen 15 Jahren hat sich daran wenig geändert. In der Regel ist der öffentliche Sektor für die Bereitstellung von Bildung zuständig. Aber in vielen Teilen der Welt gibt es nicht genügend öffentliche Mittel dafür, und diese Lücke kann der private Sektor füllen. Das ist die Gelegenheit für Anleger, die positive, messbare und grundlegende Veränderungen für die Gesellschaft oder die Umwelt bewirken möchten und gleichzeitig das Potenzial sehen, damit auch finanzielle Erträge zu erzielen.

Ein Beispiel dafür bietet ein Unternehmen aus dem Portfolio unseres M&G Positive Impact Funds: Cogna Educação betreibt in Brasilien die unterschiedlichsten Bildungseinrichtungen, von Vorschulen über weiterführende Schulen bis hin zu Berufs- und Volkshochschulen. Mit rund 700 angeschlossenen Schulen und 1.310 Einrichtungen zum Fernstudium übernehmen sie so die Rolle, die eigentlich dem öffentlichen Sektor zukommt. Durch den virtuellen Zugang zu Unterricht und Gesprächsforen wird Hochschulbildung auch Bewohnern ländlicher Gebiete ermöglicht und so demokratisiert. Für viele Brasilianer ist das eine erschwingliche private Alternative zum staatlichen Bildungsangebot, denn nur etwa 17 Prozent der 25-34-Jährigen des Landes haben einen Universitätsabschluss – deutlich weniger als der OECD-Durchschnitt  von 43 Prozent.

Nachhaltiges Wachstum nur durch weniger Abfall möglich

Das Wachstum der Weltwirtschaft nach der Krise sollte nachhaltig sein und dabei die Grenzen unseres Planeten berücksichtigen. Um das zu erreichen, ist im zwölften SDG verankert, dass auch die Nachhaltigkeit von Konsum- und Produktionsweisen gewährleistet sein muss. Durch eine Förderung der Kreislaufwirtschaft beispielsweise, können sich Produzenten und Verbraucher nach und nach vom linearen Wirtschaftsmodell „Nehmen, Herstellen und Wegwerfen“ verabschieden. Denn diese Lebensweise produziert etwa zwei Milliarden Tonnen Abfall pro Jahr. Machen wir so weiter, so würden wir nach Schätzungen der UN bis zum Jahr 2050 mit einer bis dahin auf 9,6 Milliarden Menschen angewachsenen globalen Bevölkerung die Rohstoffe von nahezu drei Planeten benötigen.

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