Vertrauensfragen

Die Immobilienkrise in den USA hat an den Börsen dieser Welt einige Anlegernerven blank gelegt. Vor allem die Banken stellten sich gegenseitig unter Generalverdacht. Die Warteschlangen vor den Filialen des angeschlagenen britischen Bankhauses Northern Rock zeigten, wie schnell diese Nervosität in Panik kippen kann. In solch einer Situation ist es sicher schwer, einen kühlen Kopf zu bewahren. Schwer, aber offensichtlich nicht unmöglich. Denn während der deutsche Leitindex Dax zitterte wie Espenlaub, griffen mehr und mehr Investoren zu, die es wissen müssen. Immer mehr Vorstände und Aufsichtsräte kauften in der jüngeren Vergangenheit Aktien ihrer eigenen Unternehmen. Dabei ließen sie sich weder von Hiobsbotschaften noch von Gerüchten oder den allgemeinen Unsicherheiten beeindrucken. Offensichtlich zählen bei diesen Anlageentscheidungen nur die Fundamentaldaten. Dass „Otto Normalanleger“ etwas davon mitbekommt, wenn die Bosse mit eigenen Aktien handeln, liegt an den Transparenzkriterien, die den Unternehmen auferlegt wurden. Jeder kann Einblick in die „Director’s Dealings“ nehmen. Wenn man dann sieht, dass zum Beispiel die Manager von Hypo Real Estate groß bei sich selber einsteigen, bekommen die Beteuerungen, dass der Immobilienfinanzierer keine Probleme mit Subprime-Krediten hat, ein ganz neues Gewicht.  Aber auch andere Vorstände kaufen Aktien des eigenen Unternehmens. Offensichtlich vertraut man auf steigende Kurse. Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser. Doch am besten ist es, wenn diejenigen, die kontrollieren, auch vertrauen.