Vertrauenskrise hält weiter an

//
Nur noch sieben Prozent der Bundesbürger vertrauen aktuell noch der Kreditwirtschaft, 70 Prozent äußern hingegen offenes Misstrauen. Welche Banken und Versicherer noch am ehesten das Vertrauen der Anleger genießen, zeigt eine Studie der psychonomics AG.

Auch die allgemeine wirtschaftliche Lage beurteilen 65 Prozent der Deutschen derzeit skeptisch. Jedoch ist der rapide Vertrauensverlust aufgrund des stabilisierenden Effekts nationaler wie internationaler Rettungsaktionen zumindest gestoppt; zudem ist das Vertrauen der Kunden in ihre Hausbanken und Versicherungen deutlich höher ausgeprägt als in die Finanzbranche insgesamt.

Demnach liegt der Vertrauensindex für die Kreditwirtschaft auf einer Skala zwischen minus 100 und plus 100 aktuell bei minus 52 Punkten – der negative Höhepunkt wurde Mitte Oktober mit minus 62 Indexpunkten erreicht. Der Vertrauensindex für die Versicherungsbranche liegt bei derzeit minus 39 Punkten –negativer Höchstwert der letzten Wochen: minus 46 Punkte. Im Bankensektor liegen die Vertrauensindizes einzelner Institute bei ihren eigenen Kunden dagegen noch durchweg im positiven Bereich, allerdings in Einzelfällen deutlich unter dem  Anbieterdurchschnitt von plus 27 Indexpunkten.

Vergleichsweise großes Kundenvertrauen die Spardabanken, Deutsche Kreditbank, VR-Banken, ING-DiBa und die Sparkassen. Bei den Versicherern liegen aktuell die Debeka, HUK-Coburg, Sparkassenversicherung, Victoria, DEVK und R+V in punkto Kundenvertrauen über dem Anbieterdurchschnitt von plus 21 Indexpunkten. Insgesamt sind erhebliche Vertrauensdifferenzen zwischen einzelnen Anbietern von mehr als dreißig Indexpunkten zu verzeichnen.

Laut Befragung bestehen deutliche Zusammenhänge zwischen der Kommunikation der Anbieter und dem Kundenvertrauen: Banken und Versicherungen, die ihre Kunden auf ihrer Website, vor allem aber aktiv auf postalischem Wege oder per E-Mail zur Finanzkrise informiert haben, genießen signifikant größeres Kundenvertrauen. Allerdings wurde bisher erst ein Fünftel der Bankkunden eigeninitiativ von ihrer Hausbank mit Informationen zur Finanzkrise versorgt, bei den Versicherten sind es mit neun Prozent sogar noch weniger.

Für den „YouGov TrustTracker“ erfasst das Marktforschungs- und  Beratungsinstitut psychonomics seit Zuspitzung der Finanzkrise regelmäßig das Vertrauen der Bundesbürger in die Finanzwelt und die allgemeine wirtschaftliche Situation. 1.000 Personen ab 18 Jahren werden dazu täglich repräsentativ befragt.