Es ist ein guter Zeitpunkt, günstig bewertete FAAAMs zu besitzen, die durch die seit Jahren laufenden strukturellen Veränderungen gestärkt wurden und durch zunehmende Digitalisierung weiter gestärkt werden. Facebook und Microsoft notieren für 2022 bei einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 21 beziehungsweise 25, während sie ihre Gewinne um etwa 20 Prozent und ihre Margen um mehr als 40 Prozent steigern. Dabei haben sie sich in Bezug auf Geschäft und Gewinn auch in einer Pandemie als widerstandsfähig erwiesen.

Brent Puff: Das alles ist nicht neu, aber es gewinnt eindeutig an Dynamik. Regulieren ist kompliziert, und eine Einigung über das Wie ist noch lange nicht erreicht. Es wird dauern, und bisher haben sich die Zielunternehmen stets an den veränderten regulatorischen Hintergrund angepasst, sodass er sich nur begrenzt auf ihre künftigen Wachstumschancen auswirkt. Ich wäre gegen einen Verkauf von FAAAM-Aktien nur wegen der Aussicht auf mehr Regulierung.

Didier Saint-Georges: Der weit verbreitete Wunsch, den Bigtechs die Flügel zu stutzen, ist nicht neu. Und es wird sicherlich weitergehen. Das ist jedoch etwas, das große Tech-Unternehmen gelehrt hat, rechtlich mit harten Bandagen zu kämpfen. Deshalb wird es unserer Meinung nach sehr lange dauern, bis sie durch Vorschriften wirklich geschwächt werden. Politisch besteht auch die Sorge, dass der Kampf mit China um technologische Dominanz unter jeder Regierung sehr hart ist. Es ist sicherlich nicht im Interesse der USA, ihre Tech-Champions zu diesem Zeitpunkt gegenüber ihren chinesischen Konkurrenten zu schwächen. Letzten Endes könnte es aber Werte freisetzen, wenn man einige Tech-Giganten zerschlüge, was zuweilen von ihren Kritikern befürwortet wird. Insgesamt sind wir als Anleger daher in Bezug auf Bigtech vorerst nicht übermäßig besorgt.

Johan Swahn: Es wird durch die geteilte Regierung weniger wahrscheinlich, dass die Techs reguliert werden. Allerdings ist es keineswegs vom Tisch und bleibt ein Risiko für alle diese Unternehmen. Wir glauben, dass sich diese Risiken zwischen den Unternehmen erheblich unterscheiden und haben uns entsprechend aufgestellt. Wir besitzen Alphabet, Amazon und Microsoft, sind aber vorerst bei Facebook und Apple untergewichtet.