Svetlana Kerschner (Redakteurin)Lesedauer: 2 Minuten

Angst vor Altersarmut Viele Selbstständige wollen Versicherungspflicht

Seniorin packt ihren Lebensmitteleinkauf aus
Seniorin packt ihren Lebensmitteleinkauf aus: Viele Selbstständige haben Angst vor Altersarmut. | Foto: Pexels

Selbstständige sind von der Corona-Pandemie wirtschaftlich besonders betroffen. Das zeigt eine Umfrage von Yougov im Auftrag des Versicherungskonzerns Ergo Versicherungen unter 511 Selbstständigen in Deutschland. 61 Prozent der Befragten geben an, wirtschaftlich von den Auswirkungen der Corona-Pandemie betroffen zu sein, ein Fünftel (20 Prozent) davon sieht sich von Insolvenz bedroht.

Fast die Hälfte (49 Prozent) der befragten Freiberufler verdienen derzeit weniger als vor der Pandemie. 3 Prozent haben aktuell gar keinen Verdienst.
 
Dies hat auch Folgen für die Altersvorsorge: 46 Prozent der befragten Selbstständigen geben an, als Konsequenz der Pandemie kein beziehungsweise weniger Geld für das Alter zurücklegen zu können. Rund jeder Zehnte (9 Prozent) muss derzeit sogar die Rücklagen anzapfen, die eigentlich für das Alter gedacht waren.

46 Prozent für Vorsorgepflicht

Folglich ist die Sorge vor Altersarmut unter Selbstständigen in Deutschland groß. Knapp die Hälfte (49 Prozent) der Befragten haben derzeit Angst davor, dass das Geld im Alter nicht reichen wird. 43 Prozent gehen sogar davon aus, dass sie im Alter über nicht ausreichend Kapital verfügen werden.
 
Eine verpflichtende Altersvorsorge für Selbstständige, wie sie von der aktuellen Bundesregierung geplant war, befürwortet der überwiegende Teil der Befragten (46 Prozent), um zusätzliche Sicherheit für das Alter zu haben.

Pfändungssicher, flexibel und verständlich

Sollte eine verpflichtende Altersvorsorge in Deutschland eingeführt werden, so wünscht sich mehr als die Hälfte (58 Prozent) der befragten Selbstständigen den integrierten Schutz vor Pfändung des angesparten Kapitals im Falle von Arbeitslosigkeit. 52 Prozent wollen Flexibilität bei der Beitragszahlung und für 42 Prozent sollten die Produkte leicht zu verstehen sein sowie Sicherheit bei der Anlage bieten.
 
Gefragt nach der Ausgestaltung einer optimalen Altersvorsorge, zugeschnitten auf ihre Bedürfnisse, antworteten rund zwei Drittel (64 Prozent) der befragten Selbstständigen, dass sie Sicherheit bieten sollte. 44 Prozent wünscht sich Flexibilität in der Auszahlphase, 38 Prozent in der Sparphase. Für knapp ein Drittel (31 Prozent) der Befragten sollte die optimale Altersvorsorge höhere Renditen bieten, indem bei der Anlage verstärkt die Chancen am Kapitalmarkt genutzt werden.

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